Kleine Bissen machen schneller satt

Chronik der Woche
Foto: APA/Jens Büttner

Vor dem Fernseher essen Menschen tendentiell mehr. Wer sich allerdings zu kleinen Bissen zwingt, wird schneller satt.

Wer mit großen Bissen das Essen in sich reinschlingt, wirkt nicht nur sonderlich appetitlich, er tut sich auch gesundheitlich nichts Gutes. Wer hingegen mit kleinen Bissen isst, fühlt sich schneller satt und spart damit auch Kalorien. Dieser Effekt tritt selbst dann ein, wenn beim Essen der Fernseher läuft und ablenkt. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschafter der niederländischen Universität Wageningen. Wer sich also bemühe, vor dem Flimmerkasten in kleinen Happen zu essen, bei dem sinke die Essensmenge um rund 30 Prozent, schreibt das Team um Dieuwerke Bolhuis im Fachjournal "PLOS ONE".

Mit ihrer Untersuchung untermauern die Wissenschafter vorherige Studien. Diese zeigten, dass Menschen tendenziell größere Mengen essen, wenn sie abgelenkt sind - also etwa beim Fernsehen. Demgegenüber stand die Erkenntnis, dass kleine Bissen die Nahrungsaufnahme reduzieren.

Für ihren Versuch zeigten die Wissenschafter 53 Probanden einen Film und gaben ihnen einen Teller Paradeisersuppe. Die Aufgabe: Eine Gruppe sollte die Suppe mit kleinen Schlucken löffeln, eine zweite mit großen und eine dritte sollte sich die Suppen-Menge pro Löffel selbst aussuchen. Alle konnten so viel essen wie sie wollten.

Zu kleinen Bissen zwingen

"Ich habe aufgehört zu essen, weil ich satt war", war der Hauptgrund, weshalb die Probanden den Löffel weglegten. Diejenigen, die ihre Suppe in kleinen Schlucken löffelten, hatten zu diesem Zeitpunkt am wenigsten gegessen, schreiben die Forscher. In einem ähnlichen Versuch wurden die Probanden nicht beim Essen abgelenkt.

Die Forscher leiten aus ihren Ergebnissen einen Tipp ab: Wer Diät hält, aber trotzdem nicht aufs Essen vor dem Fernseher verzichten will, sollte sich zu kleinen Bissen zwingen, schreiben sie. Die Lebensmittelindustrie könne zudem mit vorgefertigten kleinen Häppchen dem Übergewicht entgegenwirken, folgern die Wissenschafter.

(APA/dpa / tan) Erstellt am
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