Wissen 26.01.2012

Kinder - und Jugendliche - wissen, was ihnen gut tut

Fachleute befragten für den neuen Kindergesundheitsbericht erstmals auch Kids selber

Wenn ich mit Freunden/Freundinnen zusammen was unternehme, mit Geschwistern oder der Familie spiele, Sport mache, wir zusammen Computer spielen, Ruhe habe, wenn jemand mit mir spielt, mit Freunden draußen bin... so "klein" und doch so groß sind die angaben von Kindern und Jugendlichen, die befragt wurden, wann sie sich wohlfühlen.

Die aus hoch- und höchstrangigen Fachleuten bis hin zu Universitätsprofessoren zusammengesetzte Österreichsiche Liga für Kinder- und Jugendgesundheit erstellte wieder einmal einen Bericht, wie`s um ihr Thema bestellt ist. Erstmals woollten die Expert_innen auch von den Betroffenen selber wissen, was für sie Gesundheit am meisten ausmacht, wann sie sich wohl- und wann unwohl fühlen. In kurzen Ansagen vermitteln Kids der Volksschule Pressbaum, des Wienerwaldgymnasiums Tullnerbach, der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau, des Kindergartens Liniengasse und dazu noch Sophie, Andi, Mira, Emily, Jonas, Juli, Magdalena, Gregor und Carina in einem Video (siehe Link) sowie in fast einem Dutzend ausgewählten Zeichnungen, die wir hier in der Fotostrecke abbilden ihre Expertise.

Auch nicht sehr überraschend, aber schön auf den Punkt gebracht spannt sich der Bogen der Situationen, wann sich Kinder und Jugendliche ziemlich ungemütlich fühlen: wenn gestritten wird, Menschen ungerecht behandelt werden, andere schlecht über mich reden, Eltern oder Lehrer stressen, niemand bei mir ist... bis hin zu "wenn ich meinem Teddy nicht dabei habe..."

 

Der Präsident

Der Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Klaus Vavrik, meint zsuammenfassend im dicken Bericht:

"Kinder und Jugendliche wissen weitgehend sehr gut was sie brauchen, was ihnen gut tut, was Wohlgefühl und Gesundheit schafft, wenn sie ihre Chance erhalten sich gedeihlich zu entfalten und nicht fehlerzogen oder für Konsum, Gewinn oder Macht missbraucht werden. Sie verlernen es nur leider auch sehr schnell, wenn sie in ihren Grundbedürfnissen ungehört
und unbefriedigt bleiben oder die Bedingungen es erfordern. Wenn die Kinder klein sind, wird ihnen oft zu viel zugemutet – wenn sie größer werden, zu wenig zugetraut. Wir Erwachsene müssen lernen sie in ihren Bedürfnissen besser zu verstehen und das, was wir verstanden haben auch zu achten und entscheidungsrelevant zu respektieren; nicht als Alibi oder Feigenblatt oder als nette Werbebotschaft sondern wirklich ernst genommen.
Zu Beginn des Lebens brauchen Kinder Sicherheit und Stabilität und je älter sie werden, umso mehr brauchen Jugendliche für die Entwicklung in die Selbstständigkeit Perspektive und Zuversicht. Die Pole Verwurzelung und Entfaltung bestimmen unser ganzes Leben. Dafür bedarf es Vorbilder an denen sie wachsen und sich orientieren können und es bedarf
Wertschätzung für ihre eigene Schaffenskraft."

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( Kurier ) Erstellt am 26.01.2012