Wissen und Gesundheit
08.02.2017

Influenza: Die Grippe-Welle ist noch nicht vorbei

Die Erkrankungszahlen gehen zwar weiter leicht zurück, sind aber noch deutlich erhöht.

Berücksichtigt man die statistische Schwankungsbreite, dann gibt es nur einen Schluss: Die Influenzaviren halten sich sich in Österreich derzeit auf ziemlich stabilem Niveau. Zwar wurde der Höhepunkt der heurigen Grippewelle bereits Mitte Jänner überschritten - damals gab es alleine in Wien in einer Woche 19.200 Neuerkrankungen.

Doch in den vergangenen drei Wochen war der Rückgang der wöchentlichen Neuerkrankungen minimal, wie die Zahlen des Grippemeldedienstes der Stadt Wien zeigen: 13.600, 13.000 und zuletzt in der Vorwoche 12.600 Neuerkrankungen an Grippe und grippalen Infekten - bei einer statistischen Schwankungsbreite der letzten Zahl von plus/minus 1300.

Zum Vergleich: Der "normale" Wert an solchen Neuerkrankungen vor dem Start der Grippewelle liegt bei rund 7000 in Wien. Für eine "Grippe-Entwarnung" ist es - trotz der leicht rückläufigen Tendenz - also noch zu früh.

Das Department für Virologie der MedUni Wien kann noch immer in 56 Prozent aller eingesendeten Schleimhautproben Influenza-Viren nachweisen. "Damit zirkulieren die Grippeviren weiterhin in Österreich." Und auch Erkältungsviren sind nach wie vor weit verbreitet.

Viren in vielen Ländern noch aktiv

Im Großteil Europas wurde der Höhepunkt der Grippewelle bereits erreicht. Allerdings ist in 28 von 43 Ländern, die regelmäßig die Erkrankungszahlen erheben, die Virusintensität nach wie vor erhöht.

Experten gehen davon aus, dass in einer Saison mindestens fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder erkranken.

2014/2015 forderte die Influenza laut Berechnungen von Wiener Virologen und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) rund 3.000 Todesfälle. Der größte Teil davon sind Menschen im Alter über 65 Jahre mit bestehenden Grunderkrankungen.