© dpa/Nicolas Armer

Studie
12/17/2015

Horrorfilme lassen das Blut in den Adern "erstarren"

Plötzliche Angst hat Auswirkungen auf die Blutgerinnung.

von Elisabeth Gerstendorfer

"Das lässt mir das Blut in den Adern gefrieren" – an dieser Redewendung dürfte tatsächlich etwas dran sein, wie Wissenschafter am Medical Center der Leiden University in den Niederlanden jetzt feststellten. Für die meist launig verfassten Artikel in der Weihnachtsausgabe des renommierten British Medical Journal ließen sie gesunde Freiwillige im Alter von bis zu 30 Jahren Horrorfilme und Dokumentationen anschauen sowie bewerten, wie sehr sie sich dabei fürchteten. Sowohl vor der Filmvorführung als auch danach wurde ihnen Blut abgenommen. Beide Filme dauerten etwa 90 Minuten. Zusätzlich füllten die Teilnehmer einen Fragebogen zu ihrem Lebensstil und ihren bevorzugten Filmgenres aus. Das Ergebnis: Fürchteten sich die Teilnehmer beim Filmschauen, gerann ihr Blut stärker. Die an der Blutgerinnung beteiligten Eiweißklumpen sowie der Gerinnungsfaktor VII stiegen bei ihnen deutlich mehr an als bei jenen, die harmlose Dokus schauten.

Evolutionsvorteil

Die Blutgerinnung schützt den Körper vor Blutungen und Blutverlusten, etwa bei Wunden. Die stärkere Gerinnung während des Horrorfilms hat also durchaus einen Evolutionsvorteil: Empfinden wir plötzlich Angst, bereitet sich der Körper auf eine Flucht vor – dazu zählt auch, dass sich das Blutsystem für Verletzungen von außen "wappnet". Die stärkere Blutgerinnung ist eine Vorbereitung auf Blutverlust in lebensbedrohlichen Situationen. Echte Blutgerinnsel bilden sich alleine durch das Schauen der Horrorfilme allerdings nicht.

Bereits im Mittelalter dürfte die Redewendung des "in den Adern gefrierenden Blutes" bekannt gewesen sein – untersucht oder bestätigt wurde sie bisher nicht. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass ihre Teilnehmergruppe mit 24 Freiwilligen sehr klein ist und weitere Studien notwendig wären, um die Ergebnisse zu bestätigen.

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