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Diabetes kann Wechseljahre deutlich verschlimmern

Nicht jede Frau erlebt die Wechseljahre gleich. Forschende aus Südkorea fanden nun Hinweise, dass Typ-2-Diabetes Zahl und Stärke der Beschwerden beeinflussen könnte. Besonders betroffen: Frauen nach der Menopause.
Eine nachdenklich wirkende Frau mit rötlichem Haar und orangefarbenem Oberteil stützt ihren Kopf nachdenklich gegen die Hand.

Die Wechseljahre treffen längst nicht alle Frauen gleich. Art und Intensität der Symptome – Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen etwa – variieren mitunter stark.

Man geht inzwischen davon aus, dass hier biologische, psychologische und soziale Faktoren zusammenwirken. So erleben zum Beispiel nicht alle Frauen denselben Verlauf des Östrogen- und Progesteronabfalls im Zuge des Wechsels. Auch die psychische Gesundheit, der Lebensstil und das Körpergewicht können eine Rolle spielen.

Nicht zuletzt können auch Vorerkrankungen mitbestimmen, wie ausgeprägt Frauen Beschwerden erleben. Schilddrüsenerkrankungen, Migräne, Endometriose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Schmerzsyndrome können Forschungen zufolge Symptome verändern oder verstärken.

In einer neuen Studie kommen südkoreanische Forscherinnen und Forscher nun zu dem Schluss, dass auch Diabetes die Begleiterscheinungen des Klimakteriums beeinflussen kann.

Im Fachblatt Menopause berichtet das Team der Eulji-Universität, dass konkret Typ-2-Diabetes – eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Körper Insulin nicht mehr richtig nutzt und dadurch dauerhaft zu viel Zucker im Blut bleibt – zu mehr und auch stärkeren Symptomen führen könne.

Frauen in der Lebensmitte haben aufgrund hormoneller Veränderungen durch die Menopause ein erhöhtes Risiko für eine Reihe chronischer Erkrankungen, auch für Typ-2-Diabetes. Sie nehmen häufig an Gewicht zu und erleben eine Umverteilung des Körperfetts in den Bauchbereich, was zu einem gesteigerten Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes führt.

Symptome laut Studie häufiger und intensiver

In der neuen Studie wurde geprüft, ob Typ-2-Diabetes mit der Anzahl und Schwere der Menopause-Symptome in Zusammenhang steht.

Es zeigte sich: Über alle Menopause-Phasen hinweg berichteten Frauen in der Diabetes-Gruppe (Diabetes und Prädiabetes, einer Vorstufe von Diabetes) von einer höheren Anzahl an Menopause-Symptomen. Der Unterschied war jedoch nur in der Postmenopause statistisch signifikant. Die Postmenopause ist die letzte Phase der Wechseljahre. Sie beginnt etwa ein Jahr nach der letzten Regelblutung.

Ebenso war die Symptomschwere in der Diabetes-Gruppe über alle Menopause-Phasen hinweg durchgehend höher. Ein statistisch signifikanter Unterschied wurde ebenfalls nur in der Postmenopause festgestellt.

Menopause-Symptome in der Diabetesbehandlung berücksichtigen

Die Fachleute betonen: Menopause-Symptome sollten bei Frauen in der Lebensmitte stärker in die Diabetesbehandlung einbezogen werden, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

„Diese Studie zeigt, dass Frauen mit Diabetes möglicherweise eine stärkere Belastung durch Menopause-Symptome erfahren“, ordnet Stephanie Faubion, medizinische Direktorin der Menopause Society, die Erkenntnisse ein.

Frühere Studien zeigen zudem: Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen gehen häufiger mit plötzlichen Gefäßreaktionen einher. Diese äußern sich etwa durch Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche oder Herzklopfen. Betroffene Frauen haben zugleich ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und eben auch Typ-2-Diabetes.

„Diese Ergebnisse unterstreichen nicht nur die Notwendigkeit, Menopause-Symptome bei Frauen mit Diabetes zu erkennen und zu behandeln, sondern auch die Bedeutung, den Übergang in die Menopause als wichtige Gelegenheit zu sehen, kardiovaskuläre Risikofaktoren bei allen Frauen zu managen“, so Faubion.

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