Versorgungslücke: Und wer kümmert sich um die Eltern?

Versorgungslücke: Und wer kümmert sich um die Eltern?
Österreich hinkt bei der Versorgung psychisch belasteter Eltern hinterher. Nur den Körper zu untersuchen, sei zu wenig, kritisieren Expertinnen und fordern eine Früherkennung über den Mutter-Kind-Pass.

Man starrt auf das Bäuchlein des Babys, oder rückt ganz nah an sein Gesicht heran: Die Angst, das Neugeborene könnte aufhören zu atmen, kennen viele Eltern. Für Nora (Name geändert) wurde diese Angst zur Qual. Die Freude über die Geburt ihrer Tochter – "ein absolutes Wunschkind", wie die Tirolerin erzählt – wurde wenige Tage nach der Entbindung durch Angstzustände getrübt. "Irgendwann habe ich aufgehört zu schlafen. Damit ich immer ein Auge auf sie haben kann."

Befeuert durch den Schlafmangel, die hormonelle Umstellung und die Überforderung im Alltag begann sich eine emotionale Negativspirale zu drehen. Sie mündete bei Nora in eine psychische Krise. "Die Angst hat mein Leben kontrolliert. Ich war wie paralysiert", erinnert sich die Sozialarbeiterin. Als ihr Zustand in einer Panikattacke gipfelte, rief die Zweifachmama die Rettung. "Ich habe einfach gemerkt, dass mit mir grundlegend etwas nicht stimmt."

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