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Wissen Gesundheit
03/14/2022

Verhalten in Pandemie: Warum es bei der Eigenverantwortung oft hapert

Ein deutscher Psychologe analysiert auf Twitter, warum die Eigenverantwortung in der jetzigen Situation nicht ausreicht.

Eine Corona-Regel nach der anderen f√§llt: Obwohl √Ėsterreich derzeit fast t√§glich einen Rekord an Neuinfektionen verzeichnet, sind die Stra√üen und Restaurants voll. W√§hrend immer √∂fter Stimmen laut werden, dass angesichts der deutlich l√§nger als erwartet anhaltenden Omikron-Welle wieder strengere Sicherheitsvorkehrungen eingef√ľhrt werden m√ľssen, setzt die Politik gr√∂√ütenteils nur mehr Eigenverantwortung.

Unbek√ľmmerter Umgang

Warum auf Letztere leider kein Verlass ist, analysierte nun der deutsche Psychologe Thomas Martens. Die viel beschworene Eigenverantwortung reiche in der jetzigen Covid-19-Situation nicht mehr aus.

Unter anderem sei daf√ľr ein optimistischer Fehlschluss verantwortlich: "Nach Weinstein (1980) sch√§tzen viele ihr eigenes Risiko zu niedrig ein. Und verhalten sich besonders im erweiterten famili√§ren Umfeld unbek√ľmmert: etwa, wenn ungeimpfte Gro√üeltern mit den Enkeln spielen", schreibt der Psychologe.

Hinzu käme, dass ein erheblicher Teil der Menschen die Gefahr durch Aerosole nicht richtig einschätze und nicht wisse, wie man richtig die Maske trage.

Ebenfalls eine Rolle spielen jene Menschen, die sich zwar gerne besser sch√ľtzen w√ľrden, jedoch durch wirtschaftliche oder andere Zw√§nge in unsichere Situationen gedr√§ngt werden.

Auch √ľber den sogenannten Perkolationseffekt spricht Martens: "Die pandemische Gesamtsituation ist mit der Situation von vor einem Jahr nicht mehr vergleichbar: Viele Netzwerke haben sich geschlossen, die Infektionsketten k√∂nnen nicht nachvollzogen werden."

Last but not least gebe es einen "kleinen, aber erheblichen Anteil der Bevölkerung, der sich durch wissenschaftliche Kommunikation nicht mehr erreichen lässt".

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