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Wissen Gesundheit
12/07/2021

Studie: Einnahme von Viagra könnte vor Alzheimer schützen

Forscher konnten einen Zusammenhang zwischen dem Potenzmittel und altersbedingter Demenz nachweisen.

Alzheimer als Form der altersbedingten Demenz betrifft weltweit Millionen von Menschen. Welche bereits zugelassenen Medikamente gegen andere Krankheiten sich auch positiv auf Alzheimer auswirken könnten, haben nun US-Forscher genauer untersucht.

Mithilfe eines großen Gen-Mapping-Netzwerks haben Forscher der Cleveland Clinic in den USA genetische und andere Daten integriert, um festzustellen, welche der mehr als 1600 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) zugelassenen Medikamente eine wirksame Behandlung für die Alzheimer-Krankheit sein könnten. Sie gaben Arzneimitteln, die sowohl gegen Amyloid als auch gegen Tau (Protein-Fragmente bzw. Proteine) - zwei Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit - wirken, eine höhere Punktzahl als Arzneimitteln, die nur gegen eines der beiden wirken.

Kognition und Gedächtnis verbessert

"Sildenafil, das in präklinischen Modellen nachweislich die Kognition und das Gedächtnis deutlich verbessert, erwies sich als der beste Arzneimittelkandidat", so Feixiong Cheng, der Leiter der Studie. Viagra ist der Markenname von Sildenafil.

Die Forscher nutzten dann eine Datenbank mit Angaben von mehr als sieben Millionen Menschen in den USA, um den Zusammenhang zwischen Sildenafil und den Folgen der Alzheimer-Krankheit zu untersuchen, indem sie Sildenafil-Anwender mit Nicht-Anwendern verglichen.

Sie fanden heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken, bei Sildenafil-Anwendern nach sechs Jahren Nachbeobachtung um 69 Prozent geringer war als bei Nicht-Sildenafil-Anwendern.

Um die potenzielle Wirkung des Medikaments auf die Alzheimer-Krankheit weiter zu erforschen, entwickelten die Forscher ein Labormodell, das zeigte, dass Sildenafil das Wachstum von Gehirnzellen erhöht und gezielt Tau-Proteine angreift. Das wiederum gibt Aufschluss darüber, wie es krankheitsbedingte Veränderungen im Gehirn beeinflussen könnte. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nature Aging veröffentlicht.

Cheng wies darauf hin, dass die Studie keinen kausalen Zusammenhang zwischen Sildenafil und der Alzheimer-Krankheit nachweist. Um die Wirksamkeit von Sildenafil zu bestimmen, seien randomisierte klinische Studien mit einer Placebo-Kontrolle bei beiden Geschlechtern erforderlich, sagte er. Eine groß angelegte klinische Studie müsse nun der nächste Schritt sein.

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