Was Corona mit unserem Schlaf macht

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So viel Schlaf ist optimal

Schlafdaten von fast 500.000 Erwachsenen im Alter zwischen 38 und 73 Jahren wurden gesammelt und untersucht.

05/02/2022, 05:32 AM

Sieben Stunden Nachtruhe sind die ideale Schlafdauer fĂŒr Menschen mittleren und hohen Alters. Das berichten US-amerikanische und chinesische Wissenschaftler im Fachblatt Nature Aging. Wesentlich mehr oder weniger Schlaf sei mit einer BeeintrĂ€chtigung der psychischen Gesundheit sowie schlechteren geistigen Leistungen verbunden, so das Fazit der Studie. Umso wichtiger sei guter Schlaf gerade fĂŒr Ă€ltere Menschen.

Konkret untersuchten Wissenschaftler der UniversitÀten Cambridge und Fuhan Daten von fast 500.000 Erwachsenen im Alter zwischen 38 und 73 Jahren, die in der "UK Biobank" gesammelt waren, einer umfassenden britischen Datenbank.

Die Probanden wurden zu ihrem Schlafverhalten, ihrer psychischen Gesundheit und ihrem Wohlbefinden befragt und nahmen darĂŒber hinaus an einer Reihe kognitiver Tests teil. FĂŒr fast 40.000 Teilnehmer lagen MRT-Bilder des Gehirns sowie genetische Daten vor.

Zu kurzer und zu langer Schlaf

Die Auswertung all dieser Informationen ergab, dass sowohl eine zu kurze als auch eine zu lange Schlafdauer in Zusammenhang mit verminderten kognitiven Leistungen stand - die entsprechenden Probanden waren in den Tests langsamer und hatten eine geringere Aufmerksamkeitsspanne sowie schlechtere ProblemlösungsfÀhigkeiten. Auch ihre psychische Gesundheit litt: Menschen mit zu viel oder zu wenig Schlaf zeigten mehr Symptome von Angst und Depression und insgesamt ein geringeres allgemeines Wohlbefinden.

Die Forscher vermuten, dass eine Störung des Slow-Wave-Schlafes, Teil des Tiefschlafs, ein möglicher Grund fĂŒr die kognitive Leistungsminderung sein könnte. Eine solche Störung wird mit einer AnhĂ€ufung von Beta-Amyloid-MolekĂŒlen in Verbindung gebracht. Diese Proteinablagerungen, die sich in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten in großen Verklumpungen finden, stehen im Verdacht, zum Absterben von Nervenzellen beizutragen.

Die Analyse der Hirnscans ergab ferner einen Zusammenhang zwischen unterschiedlicher Schlafdauer und Unterschieden in der Struktur von Hirnregionen, die an der kognitiven Verarbeitung und dem GedÀchtnis beteiligt sind. Darunter war auch der Hippocampus, der als GedÀchtniszentrum des Gehirns gilt.

Insgesamt, so das Fazit der Forscher, scheinen sieben Stunden Schlaf ohne grĂ¶ĂŸere Schwankungen am idealsten fĂŒr die kognitive LeistungsfĂ€higkeit, das allgemeine Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von Menschen mittleren und höheren Alters zu sein. Zwar beschreibe die Studie keine KausalitĂ€t, die Ergebnisse deuteten aber darauf hin, dass eine unzureichende oder ĂŒbermĂ€ĂŸige Schlafdauer ein Risikofaktor fĂŒr den kognitiven Abbau im Alter sein könnte.

So betont Autor Jianfeng Feng in einer Mitteilung: "Wir können zwar nicht endgĂŒltig sagen, dass zu wenig oder zu viel Schlaf kognitive Probleme verursacht, aber unsere Analyse, die Menschen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum hinweg betrachtet, scheint diese Idee zu unterstĂŒtzen." Die GrĂŒnde, warum Ă€ltere Menschen schlechter schliefen, schienen jedoch komplex zu sein, eine Kombination aus genetischer Veranlagung und der Struktur des Gehirns spiele dabei eine Rolle.

Neuropsychologin und Mitautorin Barbara Sahakian ergÀnzt, das guter Schlaf in allen Lebensabschnitten wichtig sei, besonders aber im Alter: "Wege zu finden, um den Schlaf Àlterer Menschen zu verbessern, könnte entscheidend sein, um ihnen zu helfen, ihre geistige Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu erhalten und einen kognitiven Abbau zu vermeiden, insbesondere bei Patienten mit psychiatrischen Störungen und Demenzerkrankungen."

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