Glycerin in Slushies: Wie der Zusatzstoff auf Kinder wirkt
Die eiskalten Getränke sind vor allem bei Kindern beliebt.
Bunt, eiskalt und süß: Slushies sind bei Kindern an heißen Tagen sehr beliebt. Oft gibt es die halbgefrorenen Erfrischungsgetränke in Geschmäckern wie Erdbeere, Kirsche, Cola, Zitrone oder Heidelbeere. Sie bestehen aus winzigen Eiskristallen, die in gesüßtem, aromatisiertem Wasser schwimmen und damit eine „matschig“-eisige Masse zum Schlürfen ergeben.
Doch die aus Slush-Ice-Maschinen servierten Getränke können eine Substanz enthalten, die besonders für jüngere Kinder zum Gesundheitsrisiko werden kann: Glycerin. Glycerin, auch als Glycerol oder Glyzerin bezeichnet, ist eine farblose Flüssigkeit, die chemisch zu den Alkoholen gehört. In der Europäischen Union ist es als Zusatzstoff E 422 für Lebensmittel zugelassen und darf in vielen Produkten verwendet werden. Eine Höchstmenge ist nicht festgelegt.
Glycerin ermöglicht halbgefrorene Konsistenz
Natürlicherweise kommt Glycerin in Wein, pflanzlichen und tierischen Fetten vor. In Slush-Ice-Getränken wird es eingesetzt, weil es erst bei minus 18 Grad Celsius gefriert und damit die halbgefrorene Konsistenz möglich macht.
In der Medizin wird Glycerin zur Senkung eines erhöhten Hirndrucks eingesetzt. Nehmen Kinder durch Slush Ice unbeabsichtigt eine therapeutische Dosis Glycerin auf, wird ihr normaler Hirndruck gesenkt, was zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit führen kann. Auch Nervenlähmungen, Doppelsehen und Beeinträchtigungen des Hörvermögens können auftreten.
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, dass jüngere Kinder bereits bei weniger als 200 Milliliter (ml) eines Slush-Ice-Getränks so viel Glycerin aufnehmen können, dass die therapeutisch wirksame Dosis von 250 mg pro kg Körpergewicht erreicht oder überschritten wird. Aufgrund ihres geringeren Körpergewichts nehmen Kinder beim Konsum eine höhere Dosis auf als Erwachsene.
Nicht erkennbar, wie viel Glycerin enthalten ist
Problematisch ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher nicht erkennen können, wie viel Glycerin in einem Slush-Ice-Getränk enthalten ist. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im März 2026 eine sogenannte Akute Referenzdosis (ARfD) für Glycerin abgeleitet und das Gutachten im Mai veröffentlicht. Sie beträgt 125 mg Glycerin pro kg Körpergewicht. Diese Referenzdosis gibt die maximale Menge an, die bei einmaligem Verzehr ohne erkennbares Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann.
Laut EFSA würde diese Menge bei allen Altersgruppen überschritten, wenn Kinder 250 ml und ältere Personen 500 ml eines Slush-Ice-Getränks konsumieren, basierend auf den gemessenen Glycerin-Gehalten. Die EFSA empfiehlt Höchstmengen für Glycerin in Getränken festzulegen. Solange dies nicht der Fall ist, rät das BfR, die Verzehrmenge gering zu halten oder ganz auf den Konsum von Slushies zu verzichten.
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