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Wissen Gesundheit
01/02/2022

Pandemie: Leiden Sie auch an einem "Worry Burnout"?

Fast zwei Jahre Coronakrise haben Spuren in der Gesellschaft hinterlassen.

T√§glich neue Meldungen √ľber Infektionszahlen, Todesf√§lle, Mutationen oder Lockdowns - und das seit fast zwei Jahren. Die Pandemie hat Menschen weltweit in eine Endlosschleife aus √Ąngsten und Sorgen katapultiert. Immer mehr leiden mittlerweile unter einem sogenannten "Worry Burnout", wie es die New York Times nennt.

Radikale Akzeptanz

Angst sei laut Jeffrey Cohen, klinischer Psychologe und Professor f√ľr Psychiatrie an der Columbia University, ein evolution√§res Werkzeug, um auf Bedrohungen zu reagieren. Sie sendet einen Alarm durch unser Gehirn und macht uns darauf aufmerksam, dass wir uns in Sicherheit bringen m√ľssen. In der jetzigen Phase der Pandemie seien wir aber schon so lange mit der st√§ndigen Bedrohung durch Covid-19 konfrontiert, dass wir unserem Gehirn nicht mehr trauen, wenn es uns sagt, dass wir angegriffen werden. "Ist das √ľberhaupt noch ein echter Alarm?", so Cohen.

St√§ndige Angstzust√§nde wirken sich drastisch aus. Der Cortisolspiegel schie√üt in die H√∂he, die Herzfrequenz steigt. Man ger√§t in einen gesteigerten, chronisch ersch√∂pften Zustand. "Der K√∂rper kann ein hohes Ma√ü an Angst nicht √ľber l√§ngere Zeit aufrechterhalten, ohne zu erm√ľden", so Michelle Newman, Psychologieprofessorin an der Pennsylvania State University.

Da sich der Ausweg aus der Pandemie nicht planen lasse, f√ľhre die Situation zu einer Art Schutzmechanismus: "Mit radikaler Akzeptanz erkennen wir die Tatsachen der Welt einfach als das an, was sie sind", sagt Cohen. Kurz: Man macht es sich in der nicht enden wollenden Ungewissheit gezwungenerma√üen bequem. Es kommt zu einem sogenannten "Worry Burnout", also einem Sorgen-Burnout.

F√ľnf Anzeichen f√ľr "Worry Burnout"

Um Körper und Geist vor zusätzlichem Stress zu bewahren, fungiert dieser als Schutzmechanismus. Diese Apathie birgt laut Experten jedoch die Gefahr, dass sich Menschen immer weniger an die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Ansteckungen halten und sich damit erst recht in riskante Situationen bringen.

F√ľnf Zeichen deuten auf ein "Worry Burnout" hin: Meidung von Nachrichten, das Gef√ľhl von innerer Taubheit, st√§ndige M√ľdigkeit, Hoffnungslosigkeit und gesteigerte Wut seien laut den Experten Warnsignale. Sie raten dazu, sich im Alltag auf kleine Dinge zu konzentrieren, die gut tun: Zeit in der Natur, Sport, gesunde Ern√§hrung und Meditation k√∂nnen helfen - ebenso wie Gespr√§che mit Familie, Freunden oder einer Therapeutin bzw. einem Therapeuten.

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