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Wissen Gesundheit
11/19/2021

Novavax: Welche Vor- und Nachteile hat dieser Impfstoff?

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von Ute Brühl

Viele haben die Zulassung dieses Impfstoffs sehnlichst erwartet. Und in den nächsten Wochen wird er  mit großer Wahrscheinlichkeit  in der EU auch zugelassen: der Totimpfstoff  Nuvaxovid   von der Pharmafirma Novavax.
Dass dieser  seine Vorteile hat,   weiß die Virologin und Impfstoffexpertin Christina Nicolodi:  „Er basiert auf  einer altbekannten Technologie, die man von  vielen anderen Impfstoffen kennt. Die Vakzine gegen  Influenza oder FSME sind auch Totimpfstoffe oder besser gesagt inaktivierte Impfstoffe.“

Weiterer Vorteil:  Diese  Vakzine sind  einfach zu lagern und wesentlich stabiler als  Vektor- und mRNA-Impfstoffe. „Man kann sie in Kühlschränken  aufbewahren, was  für die weniger industrialisierten Länder von Bedeutung ist.“ Der Impfstoff könnte somit dazu beitragen, der Pandemie weltweit Herr zu werden.
An der OberflächeAber kein Vorteil ohne Nachteil. „Die Wirkung dieser Impfstoffe ist  in der Regel nicht so lange anhaltend.“  Das hat auch mit der Art des Vakzins zu tun: „Beim Impfstoff von Novavax  werden  die für die Immunantwort nötigen Proteinpartikel der Oberfläche –  Spikeproteine – mithilfe eines Trägervirus vermehrt, geerntet und an einem Fettpartikel montiert.  Zusätzlich wird die Wirksamkeit  dieser  Proteine  mithilfe bestimmter Hilfsstoffe –  Adjuvanzien –  verstärkt.“

 Die Immunantwort  richtet sich dann  direkt gegen den inaktivierten Impfstoff. „Anders ist das bei   Vektor- und mRNA-Impfstoffen. Dort wird das Oberflächenprotein erst von den körpereigenen Zellen gebildet, was  zu einer  robusten  zellulären Immunantwort führt, weshalb  die Immunantwort in der Regel auch länger wirkt.“

Dass die derzeit zugelassenen Impfstoffe  bereits nach sechs Monaten in ihrer Wirkung nachlassen, verwundert Nicolodi nicht: „Wir wissen von vielen Impfstoffen, dass die Antikörper nach 6 bis 9 Monaten abnehmen. Überdies wurden diese Impfstoffe für die Alpha-Variante entwickelt, für die sie immer noch einen sehr hohen Schutz hätten. Hätten wir die Delta-Variante nicht, bräuchten viele keinen Booster.“  Der Novavax-Impfstoff wurde übrigens ebenfalls auf Basis des Wuhan-Erregers entwickelt.

Mit nur einem Stich ist es auch bei dem neuen Vakzin nicht getan: Der volle Schutz tritt erst nach dem zweiten Stich ein, der 21 Tage nach der Erstimpfung erfolgen sollte.  Die Wirksamkeit ist ähnlich hoch wie bei den bisher bekannten Impfstoffen und liegt bei rund 90 Prozent. Mehr: kurier.at/daily

 

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