Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie

Aufnahme der Netzhaut: Das System erkennt frühzeitig Veränderungen.

© Kurier / Gilbert Novy

Wissen Gesundheit
05/04/2021

Künstliche Intelligenz hilft gegen Augenerkrankungen

Neues Labor an der Medizin-Uni Wien will Systeme entwickeln, die Ärzte bei der medizinischen Bildanalyse unterstützen.

Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) wollen Forscher der Medizinischen Universität Wien Netzhauterkrankungen besser diagnostizieren und therapieren. Dazu wurde heute, Dienstag, ein neues Christian Doppler(CD)-Labor an der MedUni eröffnet. Dessen Ziel ist es, Ärzte bei der medizinischen Bildanalyse zu unterstützen, teilten die Uni und die Christian Doppler Gesellschaft mit.

"Unser übergeordnetes Ziel ist es, Behandlungsprozesse für Ärzte effizienter zu machen, indem sie im Bereich medizinischer Bildanalyse unterstützt werden", erklärte der Leiter des CD-Labors für "Künstliche Intelligenz in der Netzhaut", der Informatiker Hrvoje Bogunovic von der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie. Die Wissenschafter wollen die Informationen, die insbesondere in Form von Netzhaut-Scans gesammelt werden, optimal für Diagnosestellung und Patientenmanagement nutzen.

Entwickelt werden sollen KI-basierte Unterstützungssysteme für klinische Entscheidungen. Für Bogunovic ist die Augenheilkunde "als bildintensiver Zweig der Medizin mit standardisierten Bildgebungsprotokollen hervorragend positioniert, um als Testfeld für die Einführung solcher KI-basierter Unterstützungssysteme zu dienen".

In den vergangenen fünf Jahren sei in der Medizin intensiv daran gearbeitet worden zu verstehen, wozu KI-Systeme in der Lage sind, "in den nächsten fünf Jahren wird es darum gehen, wie KI die Kliniker bei ihrer täglichen Arbeit in der Praxis am besten unterstützen kann".

In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Das Budget kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Industriepartnern. Im konkreten Fall ist das der Medizingeräte-Hersteller Heidelberg Engineering.

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