"Noch nie gesehen": Riesentumor aus der Lunge entfernt
Ein stilistisches Bild einer Lunge.
Die Größe hat auch das routinierte Ärzteteam sehr überrascht: In einer vierstündigen Operation wurde einer 77-jährigen Patientin kürzlich in der Klinik Floridsdorf in Wien ein Riesentumor entfernt. "Ich habe in meiner fast 20-jährigen Berufslaufbahn noch keinen so großen Lungentumor gesehen", wird der Thoraxchirurg und Operateur Michal Benej in einer Aussendung des Wiener Gesundheitsverbunds zitiert. Assistiert haben ihm Thoraxchirurg Thomas Klikovits und Herzchirurg Bernhard Winkler. Der Tumor wog 1,5 Kilogramm.
Ein Eingriff dieser Größenordnung erfordert das enge Zusammenspiel mehrerer hochspezialisierter Disziplinen. Neben dem Team der Thoraxchirurgie waren deshalb auch eines der Herzchirurgie im Operationssaal im Einsatz, um die Patientin im Bedarfsfall sofort an die Herz-Lungen-Maschine anschließen zu können. Die Operation wurde in Seitenlage, über einen seitlichen Schnitt zwischen den Rippen, durchgeführt. Insgesamt waren rund zehn Personen an der komplexen und risikoreichen Operation beteiligt.
Die Klinik Floridsdorf in Wien.
"Wir sind in der Klinik Floridsdorf in der glücklichen Lage, mit Thorax- und Herzchirurgie nicht nur über das Know-how zweier hochspezialisierter Abteilungen zu verfügen, sondern auch über die dafür notwendige technische Ausstattung", betonen Stefan Watzka, Vorstand der Thoraxchirurgie und Martin Grabenwöger, Vorstand der Herzchirurgie.
Der Tumor drückte bereits auf das Herz
Bei dem entfernten Lungentumor handelt es sich um einen sogenannten solitären fibrösen Tumor, eine seltene Form meist gutartiger Weichteiltumoren. Diese können grundsätzlich nahezu überall im Körper auftreten, finden sich jedoch besonders häufig im Brustraum. Die Ursachen für ihre Entstehung sind bislang unklar.
Obwohl diese Tumorart fast immer gutartig ist, kann ihre Größe erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen. Mit zunehmendem Wachstum drücken die Tumore auf Organe und große Gefäße. Im konkreten Fall war die Patientin bereits bettlägerig: Der Tumor belastete durch seine enorme Größe bereits das Herz und führte zu Atembeschwerden sowie Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge.
"Bei diesen Tumoren helfen weder Chemo- noch Strahlentherapie", erläutert Michal Benej. Die chirurgische Entfernung ist die einzige wirksame Behandlungsmethode - auch wenn der Eingriff in diesem Fall mit einem hohen Risiko verbunden war." Doch nun ist die Patientin geheilt, sie hat keine Einschränkungen mehr und es sind keine weiteren Therapien nötig", sagt Thoraxchirurg Benej.
1200 Operationen im Bereich des Brustraums jährlich
Österreichs größte Thoraxchirurgie in der Klinik Floridsdorf ist spezialisiert auf chirurgische Eingriffe bei Verletzungen, Fehlbildungen oder Tumorerkrankungen im Bereich des Brustraumes. 90 Prozent der Patientinnen und Patienten sind an Lungenkrebs erkrankt. Für sie werden laufend neue Verfahren und Therapien zur Behandlung der Krebserkrankung bzw. auch zur Behandlung von Metastasen in der Lunge entwickelt. An der Thoraxchirurgie der Klinik Floridsdorf werden jährlich rund 1200 Operationen durchgeführt.
An der Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie der Klinik Floridsdorf werden jährlich an die 700 bis 750 Herzoperationen durchgeführt. In einem der modernsten Hybrid-OP-Säle Österreichs werden in enger Zusammenarbeit mit Radiologinnen und Radiologen sowie und Kardiologinnen und Kardiologen minimalinvasive Eingriffe an den Herzklappen und endovaskuläre Stentimplantationen der gesamten Aorta und an den großen Gefäßen durchgeführt.
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