Wissen | Gesundheit
06.05.2018

Lärm erhöht Risiko für Herzrhythmusstörungen

Studie aus Deutschland zeigt, das die Wahrscheinlichkeit weit höher liegt, als bisher gedacht.

Lärm erhöht die Wahrscheinlichkeit, an der häufigsten Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, zu erkranken. Das haben Wissenschafter der Uni Mainz anhand von Daten der Gutenberg-Gesundheitsstudie (GHS) nachgewiesen. Wie aus den im "International Journal of Cardiology" veröffentlichten Ergebnissen hervorgeht, litten bei extremer Lärmbelastung bis zu 23 Prozent der Probanden an Vorhofflimmern.

Je älter, desto häufiger

Ohne solche Einflüsse waren es 15 Prozent. Auch dieser Wert liegt wesentlich höher als aus anderen Studien bekannt, in denen häufig von ein bis drei Prozent die Rede ist. "Das liegt daran, dass die Wahrscheinlichkeit, an Herzrhythmusstörungen zu erkranken, mit dem Alter immer weiter ansteigt", sagte der Mainzer Kardiologe Thomas Münzel. Die Probanden bei der GHS seien zu Beginn der Studie vor zehn Jahren bereits zwischen 35 und 74 Jahren alt gewesen und würden deshalb zunehmend anfälliger.

15.000 Studienteilnehmer

Bei der GHS handelt es sich um eine der weltweit größten Studien ihrer Art, bei der über 15.000 Frauen und Männer mitmachen. In ihrem Rahmen untersuchten die Wissenschafter nun den Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Lärmquellen am Tag und in der Nacht und dem Vorhofflimmern. Fluglärm tagsüber wurde von 84 Prozent der Probanden als besonders störend wahrgenommen, nachts waren es 69 Prozent. Damit lag der Fluglärm deutlich vor Straßen-, Schienen- oder Nachbarschaftslärm.