Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

13 Kindertees getestet: Vorsicht, wenn Fenchel enthalten ist

Gut die Hälfte der getesteten Produkte ist empfehlenswert.
Tee

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat mit dem EU-Projekt "ToxFreeLIFEforAll" 13 Tees für Babys und Kinder auf Schadstoffe untersucht. Die Mehrheit erhielt eine "sehr gute" oder "gute" Bewertung. Vier Produkte wurden mit "durchschnittlich" bewertet, eines war "nicht zufriedenstellend". Vorsicht sei bei Erzeugnissen mit Fenchel geboten, da diese Estragol enthalten können. Die Europäische Arzneimittelagentur rate von Fencheltee für Kinder unter vier Jahren ab.

Untersucht wurden Kräutermischtees mit oder ohne Früchte beziehungsweise mit oder ohne Aromen. Der Fokus lag auf Pestiziden sowie Verunreinigungen durch Wildpflanzen, sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden (PA). Bei der maschinellen Ernte können PA-haltige Pflanzen zwischen die Kräuter gelangen. Die Stoffe gelten als leberschädigend und stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein.

Drei Produkte ohne Verunreinigungen durch schädliche Wildpflanzen

In einem Drittel der Produkte wurden keine PA nachgewiesen. In fünf Tees wurden erhöhte PA-Gehalte festgestellt, sie lagen aber innerhalb der zulässigen Höchstwerte. Drei Produkte enthielten keine dieser Schadstoffe und wurden daher mit "sehr gut" bewertet. Sechs Tees wurden als "gut", vier als "durchschnittlich" eingestuft.

Ein einziger Tee fiel durch, weil darin hohe PA-Werte enthalten waren und zudem der Wert für das Insektizid Chlorpyrifos überschritten worden sei, das in der EU seit Anfang 2020 verboten ist. Laut dem Hersteller wurde die Teemischung letztmalig im August 2025 abgefüllt. Die Einstellung des Produkts sei schon länger geplant gewesen, und es seien nur noch Restmengen im Umlauf.

Sieben von 13 Tees mit Fenchel

Sieben der 13 Tees enthalten Fenchel, drei davon sind laut Auslobung speziell für Babys gedacht. "Fenchel enthält Estragol, das als krebserregend und erbgutschädigend gilt", sagte VKI-Gesundheitsexpertin Angela Tichy. Wegen unzureichender Daten seien aber noch keine als unbedenklich geltenden Höchstmengen festgelegt worden. Die deutsche Verbraucherzentrale empfiehlt jedenfalls, dass Säuglinge, Kleinkinder sowie Schwangere und Stillende vorsichtshalber auf Fencheltee verzichten.

Generell könnten laut VKI Babys ab Beginn der Beikost teeähnliche Getränke zu sich nehmen. Kinder bis vier Jahren sollten maximal eine Tasse Kräutertee pro Tag trinken. Fenchelhaltiger Tee sollte maximal fünf bis acht Minuten ziehen und der Beutel nicht ausgedrückt werden, da so mehr Estragol ins Getränk gelangen kann. Außerdem sollte er auch von größeren Kindern nicht zu oft getrunken werden.

Ungesüßte Tees können dabei helfen, dass Kinder über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, weil sie für Abwechslung sorgen. Wasser sei aber weiterhin die beste Wahl, hielten die Fachleute fest.

Kommentare