Hitzschlag, Sonnenstich & Co: Diese Warnzeichen sollte man kennen
Zusammenfassung
- Für das Wochenende gilt in Teilen Österreichs höchste Hitzewarnstufe, mit über 35 Grad in allen Landeshauptstädten und bis zu 39 Grad in Wien.
- Unterschieden werden: Hitzekrämpfe, Hitzekollaps, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag und Sonnenstich.
- Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke und körperlich Belastete; bei Verwirrtheit, Ohnmacht oder sehr hoher Körpertemperatur soll sofort die Rettung gerufen werden.
Die Geosphere Austria hat für das kommende Wochenende die höchste Wetter-Warnstufe für den Nordosten Österreichs inklusive dem Raum Wels/Linz sowie in Graz, Klagenfurt und Villach ausgerufen. Es ist mit extremer Hitzebelastung zu rechnen. In allen Landeshauptstädten werden laut der Prognose mehr als 35 Grad erwartet, in Wien bis zu 39 Grad.
Wenn Hitze überfordert
Hitze belastet den Körper nicht nur, sie kann ihn auch akut überfordern. Vor allem dann, wenn die natürliche Kühlung nicht mehr funktioniert: Der Körper versucht, über das Schwitzen, vermehrte Hautdurchblutung und Flüssigkeitsabgabe Wärme loszuwerden. Wird dieser Mechanismus zu stark beansprucht, können hitzebedingte Erkrankungen entstehen – von Muskelkrämpfen bis zum lebensbedrohlichen Hitzschlag.
Laut dem Wiener Leitfaden Hitzemaßnahmenplan können Beschwerden ineinander übergehen und auch gleichzeitig auftreten. Wenn jemand bei Hitze plötzlich schwach, benommen, verwirrt oder sehr erschöpft wirkt, kann das ein Warnsignal des Körpers sein.
Welche Hitzenotfälle zu unterscheiden sind, was zu tun ist
Hitzekrämpfe: Wenn Salz und Flüssigkeit fehlen
Hitzekrämpfe entstehen häufig bei körperlicher Anstrengung. Wer stark schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte. Fehlen diese Mineralstoffe, kann es zu schmerzhaften Muskelkrämpfen kommen. Betroffen sind vor allem Arme, Beine oder der Bauchbereich.
Das kann etwa nach Sport, körperlicher Arbeit im Freien oder längerem Aufenthalt in großer Hitze passieren. Betroffene sollten die Belastung sofort beenden, in den Schatten oder an einen kühleren Ort gehen und Flüssigkeit sowie Elektrolyte zuführen.
Hitzekollaps: Wenn der Kreislauf wegkippt
Beim Hitzekollaps kommt der Kreislauf nicht mehr mit. Durch starkes Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit. Gleichzeitig erweitern sich die Blutgefäße in der Haut, der Blutdruck sinkt, dadurch kann das Gehirn vorübergehend zu wenig Sauerstoff bekommen.
Typisch ist, dass jemand nach längerem Stehen oder nach schnellem Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen plötzlich schwindlig wird oder ohnmächtig wird. Benommenheit, Schwindel und manchmal auch Hitzekrämpfe können dazugehören.
Die erste Maßnahme: hinlegen, Beine hochlagern, kühlen, trinken – sofern die Person wach und gut ansprechbar ist. Bleiben Beschwerden bestehen oder ist die Person nicht rasch wieder klar orientiert, braucht es medizinische Hilfe.
Hitzeerschöpfung: mehr als Müdigkeit
Eine Hitzeerschöpfung entsteht, wenn der Körper über längere Zeit Wasser und Mineralstoffe verliert, ohne dass diese ersetzt werden. Typisch sind starkes Schwitzen, blasse und feuchte Haut, schneller Puls und schnelle, flache Atmung.
Dazu kommen oft starker Durst, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Angstgefühl und ausgeprägte Schwäche. Die Körpertemperatur kann normal, erniedrigt oder erhöht sein, liegt aber unter 40 Grad Celsius. Durchfall oder Fieber können eine Hitzeerschöpfung deutlich beschleunigen.
Besonders bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollte bei Schwäche, Krämpfen, Schwindel oder Übelkeit ärztliche Hilfe beigezogen werden. Denn ohne Gegenmaßnahmen kann eine Hitzeerschöpfung in einen Hitzschlag übergehen.
Hitzschlag: Ein lebensbedrohlicher Notfall
Der Hitzschlag ist die gefährlichste Form der Hitzeerkrankung. Dabei steigt die Körperkerntemperatur innerhalb kurzer Zeit auf über 40 Grad Celsius. Der Körper kann die aufgenommene Wärme nicht mehr ausreichend abgeben. Klassisch ist die Haut rot, heiß und trocken, weil das Schwitzen versagt. Bei einem anstrengungsbedingten Hitzschlag – etwa nach Sport oder schwerer körperlicher Arbeit – kann allerdings weiterhin Schwitzen vorkommen.
Warnzeichen sind extrem hohe Körpertemperatur, Kopfschmerzen, schneller Puls, schnelle Atmung, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Ohnmacht oder Bewusstseinsstörungen. Ein Hitzschlag kann zu Schock, Organversagen, Nierenschäden, Atemproblemen und Bewusstlosigkeit bis zum Koma führen.
Nicht abwarten! Bei Verdacht auf Hitzschlag muss sofort die Rettung verständigt werden.
Bis Hilfe kommt, zählt jede Minute an Ersthilfemaßnahmen: Die betroffene Person an einen schattigen, kühlen Ort bringen, Kleidung lockern und den Körper rasch kühlen. Möglich sind kühles Abwaschen, Abduschen, feuchte Tücher, Luft zufächeln. Bei Bewusstlosigkeit müssen die Atemwege freigehalten und die stabile Seitenlage angewendet werden.
Sonnenstich: Wenn Kopf und Nacken überhitzen
Ein Sonnenstich entsteht durch starke direkte Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten Kopf. Dadurch kann sich das Hirngewebe zusätzlich erwärmen, die Hirnhäute werden gereizt.
Typisch sind heftige Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Bewusstseinseintrübung oder im schweren Fall Bewusstlosigkeit. Auch hier gilt: sofort raus aus der Sonne, Kopf und Nacken kühlen, Ruhe geben und beobachten. Bei Bewusstseinsstörungen, starken Beschwerden oder Verschlechterung ist medizinische Hilfe nötig.
Wer besonders gefährdet ist
Hitze trifft nicht alle gleich. Besonders gefährdet sind Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke, wenig mobile Personen und Menschen, die bei Hitze körperlich arbeiten oder Sport treiben. Auch Fieber, Durchfall, Vorerkrankungen oder bestimmte Medikamente können das Risiko erhöhen.
Ein praktischer Leitsatz: Schwindel, Krämpfe, Übelkeit und starke Schwäche sind bei Hitze Warnzeichen. Verwirrtheit, Ohnmacht, heiße rote Haut, sehr hohe Körpertemperatur oder Bewusstseinsstörungen sind Notfallzeichen. Dann sollte sofort die Rettung gerufen werden.
Kommentare