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Wissen Gesundheit
05/06/2020

Heuschnupfen lindern: Alternativ-Tipps im Check

Vitamin D, Zink und Probiotika gegen allergische Niesattacken? Ein Mediziner klärt auf.

von Christina Michlits

Die Zeit von Hasel und Birke ist außer in vereinzelten Lagen schon vorbei, zum Verdruss vieler Allergiker blühen jetzt allerdings viele Gräser.

Jeder fünfte Österreicher leidet im Laufe seines Lebens unter Allergiesymptomen – Tendenz steigend. Bei dieser Art der Überreaktion des Immunsystems werden durch Pollenkontakt entzündungsfördernde Botenstoffe wie Histamin freigesetzt. Histamin ist für die typischen Symptome wie laufende Nasen, Niesattacken oder tränende Augen mitverantwortlich.

Was also tun, um die leidige Allergie zu mildern? Wer im Internet Hilfe sucht, wird sofort mit einer Vielzahl an Tipps konfrontiert. Immer wieder ist zu lesen, dass histaminreiche Nahrungsmittel wie Rotwein oder Tomaten zu meiden sind, um den Körper nicht zusätzlich mit Histamin zu überschütten.

Nichts empfehlenswert

„Unsinn“ erklärt Fritz Horak, Leiter des Allergiezentrums Wien West. „Das eine Histamin hat mit dem anderen nichts zu tun und bringt bezüglich der Symptom-Linderung überhaupt nichts. Nur wenn ich eine Kreuzallergie habe – also als Pollenallergiker auch auf bestimmte Lebensmittel wie Äpfel reagiere – sind diese Produkte zu meiden. Ansonsten bringen spezielle Ernährungsweisen nach heutigem Stand nichts.“

Die Symptome einer allergischen Rhinitis verringern kann laut diversen Ratgeber-Seiten auch Vitamin D. Denn das Sonnenvitamin trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Schon seit Jahren wird über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Status und Allergien diskutiert. Allerdings sind bisher vorliegende Daten widersprüchlich.

„Ein Mangel an Vitamin D sollte natürlich ausgeglichen werden, aber es gibt keine eindeutigen Studienergebnisse, wonach Vitamin-D-Supplemente Allergien abschwächen“, so Horak. Ebenso verhalte es sich mit dem derzeit viel gepriesenen Zink.

Und was sagt der Wiener Pneumologe zu der viel beachteten Studie der University of Florida? Forscher haben Daten veröffentlicht, wonach das Immunsystem durch Probiotika gestärkt wird. Eine Kombination von Lactobazillen und Bifidobakterien soll die Anzahl der T-Zellen im Körper steigern, die Heuschnupfen-Symptome unterdrücken. Horak: „Leider weist diese Studie große methodische Schwächen auf und kann daher nicht für die Allgemeinbevölkerung empfohlen werden.“

Schulmedizinisch betrachtet gäbe es nach wie vor nur drei Dinge, um Heuschnupfen zu bekämpfen: Zum einen ist das die Allergenkarenz. Also Pollen so gut wie möglich zu meiden. „Zum anderen werden für die Symptombekämpfung diverse Antihistaminika und Cortison-Präparate verwendet.“

Wer Heuschnupfen ganz loswerden will, sollte sich einer Desensibilisierung unterziehen. „Die spezifische Immuntherapie ist bei Pollenallergikern sehr gut wirksam und ein ganz natürlicher Zugang. Der Körper wird mit jeder Injektion etwas mehr an die Pollen gewöhnt. Vier Injektionen reichen meist schon, um die Symptome spürbar abzuschwächen.“christina michlits

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