Verzicht auf Alkohol: Das passiert nach Wochen mit der Haut

Das größte Organ des Körpers reagiert sensibel auf zellschädigende Substanzen. Das ist vielen gar nicht bewusst.
Eine Frau betrachtet ihr Gesicht im Spiegel und untersucht ihre Haut mit den Fingern.

Kopfschmerzen, Müdigkeit und Durst: Der Mangel an Flüssigkeit und die Überflutung mit zellschädigenden Substanzen hat auch Auswirkungen auf die Haut. Dass der toxische Cocktail auch am größten Organ des menschlichen Körpers nicht spurlos vorüergeht, wird noch immer zu wenig bedacht.

Inhaltsstoffe wirken negativ auf Zellen

Inhaltsstoffe des Alkohols, etwa Ethanol, stören aber – in Kombination mit schlechtem Schlaf – ebenso die Zellregeneration in den Hautschichten. Schadstoffe nicht ausreichend abtransportiert werden und die Hautbarriere wird beeinträchtigt. Wesentliche Auswirkungen zeigen sich ebenfalls in der Kollagenproduktion, wie Studien belegen. Das Protein ist am Erhalt der Elastizität der Haut beteiligt. Ist diese reduziert, wird auch die Festigkeit beeinträchtigt.

Ethanol wirkt zudem dehydrierend. Die Haut reagiert darauf, wird schlaff und es zeigen sich Pickel, Mitesser oder trockene Stellen. Bei häufigem Alkoholkonsum altert sie auch früher. Wer ohnehin zu Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Rosazea neigt, könnte zusätzlich von Symptomen geplagt werden.

Regeneration

Es liegt also auf der Hand, dass ein Alkoholverzicht positiv auf die natürlichen nur Funktionen der Haut wirken kann. Allerdings zeigen sich diese nicht sofort. Und: Auch das Alter spielt eine Rolle. 20-Jährige können Alkohol schon nach drei Stunden ausscheiden, bei 40-Jährigen dauert es bereits 30 Stunden. Am längsten speichert sich Alkohol übrigens in den Haarfollikeln. Dort kann das Zellgift sogar noch nach 90 Tagen nachgewiesen werden.

Dazu kommt, dass die Hautregeneration bestimmten Rhythmen unterliegt und folglich nicht sofort sichtbar ist. Experten betonen jedoch: Schon nach wenigen Tagen ohne Alkohol verbessert sich die Schlafqualität – und das hat wiederum den positiven Effekt, dass die körpereigenen Reparaturmechanismen in den Zellen voll anlaufen können.

Wer also seit dem Aschermittwoch auf Alkohol verzichtet hat, wird bereits nach drei bis vier Wochen eine Verbesserung seines Hautbildes bemerkt haben. Viele fühlen sich nicht nur fitter, sondern auch die Haut wirkt frischer und erholter. Die Gründe dafür sind eine verbesserte Blutzirkulation, die auch die Versorgung der Haut mit Feuchtigkeit anregt.

Um den Körper bei der Bildung von Kollagen zu unterstützen, greifen viele zu Nahrungsergänzungsprodukten, die von den Herstellern als „Wundermittel“ beschrieben werden, auch in puncto schönere Haut.

In einer großen Meta-Studie, in der mehr als 100 Studien zu Kollagen untersucht wurden, warnten britische Forschende im Februar allerdings vor zu großen Hoffnungen. Es sei kein „Allheilmittel“, zeige aber bei regelmäßiger Anwendung „nachweisbare Vorteile, insbesondere für Haut und Osteoarthritis“.

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