Anthony Fauci berät auch US-Präsident Joe Biden.

© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Wissen Gesundheit
04/18/2021

Fauci: Spätestens Anfang 2022 Covid-Impfungen für jüngere Kinder

US-Top-Experte Anthony Fauci ist auch zuversichtlich, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson bald wieder eingesetzt werden kann.

Der prominente US-Immunologe Anthony Fauci rechnet spätestens Anfang kommenden Jahres mit Coronavirus-Impfungen für Kinder aller Altersstufen. "Ich denke, bis zum ersten Quartal 2022 werden wir in der Lage sein, Kinder praktisch jeden Alters zu impfen", sagte der Corona-Berater von US-Präsident Joe Biden dem Sender CNN am Sonntag. "Hoffentlich schon vorher, aber ich denke, das wird der späteste Zeitpunkt sein."

Für Kinder und Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren gehe er davon aus, dass Impfungen schon zu Beginn des kommenden Schuljahres zur Verfügung stünden. Derzeit können in den USA Jugendliche erst ab 16 Jahren geimpft werden.

Biontech und Pfizer gaben erst vor einigen Tagen bekannt, dass sie ihren Corona-Impfstoff in den USA künftig auch bei Jugendlichen ab zwölf Jahren einsetzen wollen. Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) eingereicht worden. Ähnliche Anträge sollen demnächst weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden eingereicht werden. Bislang ist der Einsatz des Impfstoffs erst ab 16 Jahren zugelassen.

Gute Verträglichkeit auch bei Kindern

Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, hieß es unter Berufung auf Ende März veröffentlichte Ergebnisse. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen.

Die Gesundheit der knapp 2300 Teilnehmer der Studie in den USA würden aus Sicherheitsgründen noch bis zu zwei Jahre nach dem Erhalt der ersten Impfdosis beobachtet, hieß es weiter. Bei den Jugendlichen, die im Rahmen der Studie eine Placebo-Impfung erhielten, wurden demnach 18 Corona-Erkrankungen festgestellt, aber keine einzige bei den 1131 mit dem Biontech/Pfizer-Präparat geimpften Personen.

Die Hersteller haben auch bereits eine klinische Studie für Babys ab sechs Monaten und jüngere Kinder begonnen. US-Experten rechnen jedoch nicht vor Anfang nächsten Jahres mit der Zulassung eines Impfstoffs für diese Altersgruppe.

Johnson & Johnson: Fauci optimistisch

Der Immunologe sagte mit Blick auf die ausgesetzten Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA, er wolle der Entscheidung der Gesundheitsbehörde CDC und der Arzneimittelbehörde FDA nicht vorgreifen. Er glaube aber, dass der Wirkstoff wieder zum Einsatz kommen werde - möglicherweise mit bestimmten Warnungen und Einschränkungen. Er hoffe darauf, dass an diesem Freitag eine Entscheidung gefällt und diese nicht weiter verzögert werde.

Am Freitag will ein CDC-Beratergremium über das weitere Vorgehen beraten. Vor einer Empfehlung des "Advisory Committee on Immunization Practices" (ACIP) wird keine Entscheidung über eine mögliche Fortsetzung, Aufhebung oder teilweise Aufhebung des Impfstopps mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA erwartet.

CDC und FDA hatten am vergangenen Dienstag eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit diesem Wirkstoff empfohlen, nachdem in den USA in diesem Zusammenhang zunächst sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson verzögerte daraufhin den Marktstart seines Impfstoffs in Europa und setzte auch alle derzeit laufenden Studien mit Impfungen mit dem Wirkstoff vorübergehend aus.

Bisher wurden in den USA mehr als 7,2 Millionen Dosen des Impfstoffes gespritzt, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und bei dem es nur eine Dosis benötigt wird. Der weitaus größere Teil der Impfungen erfolgt mit den Wirkstoffen der US-Konzerne Moderna und Pfizer mit seinem deutschen Partner Biontech, diese Präparate werden weiter verwendet. In den USA wurden bis Sonntag nach CDC-Angaben mehr als 205 Millionen Impfungen verabreicht.

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