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Wissen Gesundheit
05/29/2020

Die neuen Vitamin-Bomben: Was können liposomale Vitamine?

Liposomale Vitamine sind bei Hobbysportlern der letzte Schrei. Aber was können die Präparate eigentlich?

von Christina Michlits

Gesünder und leistungsfähiger durch ein paar kleine Pillen? Es ist schon ein sehr verlockender Gedanke, alleine durch die Einnahme von Vitaminpräparaten fitter zu werden. Nicht umsonst finden Nahrungsergänzungsmittel seit Jahren reißenden Absatz. Die Sparte hat sich längst zu einem Millionengeschäft entwickelt.

Relativ neu am Markt sind nun liposomale Vitamine, die gerade einen Hype erfahren. Aber was sind liposomale Vitamine eigentlich und welchen Mehrwert sollen sie haben? Pharmazeutin Constantia Kritsch: „Hier werden Vitamine wie Vitamin C in eine Verpackungshülle aus Liposomen gesteckt, die man schluckt. Die Vitamine sind also nicht anders als andere, es geht nur um die spezielle Aufnahme durch eine neue Verarbeitungstechnologie.“

Besser verstoffwechselt

In der Medizin werden Liposom-Hüllen schon länger verwendet, um beispielsweise Medikamente gegen Tumore zielgerichtet in bestimmte Organe zu transportieren. Nun macht man sich diese Methode auch für Nahrungsergänzungsmittel zunutze. Vitamine sollen so sicher durch das Verdauungssystem gelangen, denn bei herkömmlichen Präparaten wird schon ein Teil der zugeführten Vitamine durch die Magensäure zerstört.

Außerdem sollen liposomale Vitamine leichter verstoffwechselt werden und dadurch viel besser für den Körper verfügbar sein.

Nutzen nicht ganz klar

„Ob sie wirklich so viel mehr Nutzen haben, ist aber bislang nicht klar“, schränkt Kritsch ein. In jedem Fall sind sie durch die aufwendige Hülle aber teurer als herkömmliche Nahrungsergänzungsmittel.

Statt nur auf liposomale Pharmazeutika zu setzen, empfiehlt die Apothekerin lieber auf Herkunft und Qualität der Vitamin-Zusätze zu achten. „Die Herkunftsquelle und Rückverfolge-Möglichkeit ist wichtig. Bei guten Produkten gibt es außerdem Qualitätszertifikate.“

Um das Immunsystem generell zu stärken, rät Kritsch vor allem in den Wintermonaten und im speziellen Ausdauersportlern zu einer Wirkstoff-Kombination aus Vitamin C, Vitamin D und Zink.

Kritischer sieht das Birgit Beck, Ernährungsexpertin des VKI. „Eine Person, die normal isst, hat keinen Vitaminmangel. Das sind absolute Einzelfälle.“ Künstliche Zusätze wie Vitamin C seien extrem billig herzustellen und dadurch ein gutes Geschäft. Nötig seien sie aber so gut wie nie, ob normal oder liposomal zugeführt, so Beck.

Präparate nicht nötig

Außerdem bestehe durch den Konsum von Vitaminpillen die Gefahr, ungesünder zu essen, weil der Gedanke mitschwingt, dass man Junk Food mit den Nahrungsergänzungsmitteln ausgleicht, gibt die Ernährungswissenschafterin zu bedenken. „Die Vitamine, die durch Obst und Gemüse aufgenommen werden, sind nicht zu ersetzen, weil sie mit vielen sekundären Pflanzenstoffen aufgenommen werden, die nur miteinander ideal funktionieren.“

Supplementierung empfiehlt sie nur in Absprache mit einem Arzt. Typische Kandidaten sind Vitamin D, da oft eine Unterversorgung Mangel im Winter vorherrscht, Vitamin B12 bei Veganern und Folsäure für Frauen, bei denen ein Schwangerschaftwunsch besteht.

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