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Wissen Gesundheit
10/13/2020

Covid-19: Das Virus hat auch ein Ablaufdatum

Die schlechte Nachricht: Im Labor kann das Virus 28 Tage überleben. Die gute: Draußen aber nicht.

von Uwe Mauch

Das Coronavirus kann laut einer neuen australischen Studie bis zu 28 Tage auf glatten Oberflächen wie Handydisplays oder Bankomatkarten überleben, deutlich länger als bisher angenommen, jedoch nur bei Laborbedingungen, worauf die Hygienikerin Miranda Suchomel von der MedUni Wien auf KURIER-Anfrage aufmerksam macht.

Das Ergebnis der australischen Wissenschaftsbehörde Csirosei sei vielleicht aus fachwissenschaftlicher Warte interessant, so Suchomel. Doch mit dem Alltag der Menschen habe es wenig zu tun: „Es muss jetzt niemand mit Handschuhen Geld abheben oder sich hundert Mal am Tag die Hände desinfizieren.“ Viel wichtiger wäre es weiterhin, sich regelmäßig die Hände zu waschen.

Kein Fall bekannt

Zu diesem Hinweis passt, dass laut Auskunft des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bis dato kein einziger Fall bekannt ist, bei dem nachgewiesen werden konnte, dass sich das Coronavirus auf einen Menschen nach einer Berührung von kontaminierten Gegenständen oder kontaminierten Oberflächen übertragen hat und dass es dadurch zu einer Covid-19-Infektion gekommen wäre.

„Bei 20 Grad Celsius, also etwa Raumtemperatur, fanden wir heraus, dass das Virus extrem robust ist und 28 Tage lang auf glatten Oberflächen überlebt“, erklärte Debbie Eagles, stellvertretende Direktorin des australischen Zentrums für Seuchenvorsorge, welches die aktuellen Forschungsarbeiten durchgeführt hat.

Das Experiment wurde allerdings im Labor, im Dunkeln durchgeführt. Dieser Hinweis ist wichtig: Denn es ist schon länger bekannt, dass der Einfluss von Sonnenlicht das durchaus widerstandsfähige Virus schnell abtöten kann. Worauf auch Tobias Welte von der Klinik für Pneumologie und Infektionsmedizin der Medizinischen Hochschule in Hannover hinweist.

Welte zeigte sich beim derzeit tagenden Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie nicht überrascht, dass das Virus auf glatten Oberflächen länger überleben kann. Allerdings könne es das nur in sehr niedrigen Konzentrationen. „Ob es da noch infektiös ist, muss man jedoch dahingestellt sein lassen.“

Das ist auch für Miranda Suchomel der springende Punkt: Findet das Virus beispielsweise im Labor keinen Wirt mehr, dann ist es zwar noch nachweisbar, aber nicht mehr gefährlich für eine Übertragung und Infektion auf den Menschen.

Die Expertin empfiehlt daher weiterhin eine überdurchschnittlich gute Händehygiene, dabei aber nicht panisch vorzugehen. Dazu sagt auch der deutsche Forscher Tobias Welte: „Seife reicht grundsätzlich aus.“

Keine Angst vorm Müll

Aus Neuseeland wird inzwischen gemeldet, dass sich in einer Quarantäne-Station ein Mann am Deckel eines Mistkübels mit Covid-19 angesteckt haben soll. Auch das möchte die Wiener Hygienikerin Miranda Suchomel nicht als alarmierend bewerten: „Wir können weiterhin Müll in aller Ruhe in den Mistkübel werfen und diesen dann auch wegtragen.“

Um sich anzustecken, müsste man im Normalfall schon seine Nase in den Müll stecken. Deutlich mehr Gefahr geht von vollgeschnäuzten, achtlos weggeworfenen Taschentüchern aus. Diese Virenschleudern können zu Schmierinfektionen führen, nicht nur bei Covid-19.

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