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Wissen Gesundheit
09/23/2021

Corona-Virus: Deutsche Experten empfehlen Auffrischungsimpfung

Die Ständige Impfkommission rät einigen Gruppen von Risikopatienten zum Booster mit dem dritten Stich.

In Deutschland hat sich die Ständige Impfkommission Stiko offenbar zu einer Entscheidung durchgerungen: „Wir haben die Sichtung aller wissenschaftlichen Daten zur Frage der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikogruppen abgeschlossen und als Kommission eine Empfehlung beschlossen“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens gegenüber deutschen Medien. Eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen nach Altersgruppen gebe es derzeit nicht. Den Booster sollen nur Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös reguliert wird - etwa bei Rheuma oder nach einer Transplantation -, bekommen.

Eine offizielle Veröffentlichung der Stiko gab es zunächst nicht. Die Nachrichtenagentur dpa bestätigte aber die Angaben.

Schon vor rund drei Wochen starteten in Deutschland Auffrischungsimpfungen für Senioren und immungeschwächte Menschen - bundesweit, aber ohne Stiko-Empfehlung. Dabei erhielten Menschen eine weitere Dosis eines zugelassenen Impfstoffs, um das Immunsystem nochmals gegen Coronaviren zu stärken.

Booster auch in Österreich verimpft

Auch in Österreich läuft seit kurzen in einzelnen Bundesländern, darunter Tirol und Oberösterreich, die Versorgung mit dem Booster. Wien verabreicht in Pflegeheimen bereits Schutzimpfungen vor Covid-19. In Niederösterreich etwa können vulnerable Personen einen Impftermin buchen. Hierzulande rät das Nationale Impfgremium, die Auffrischungsimpfungen nur mit den mRNA-Vakzinen von Biontech und Pfizer sowie Moderna durchzuführen.

EMA prüft Zulassung von dritte Pfizer-Dosis

Damit sind auch die Impfstoffhersteller gefordert. Sie treiben die Zulassung ihrer Vakzine für einen dritten Stich voran. So prüft denn die europäische Arzneimittelbehörde EMA zur Zeit einen Antrag des Pharmaunternehmens Pfizer und Biontech für eine dritte Dosis gegen das Coronavirus. Sie streben den Booster für vollgeimpfte Personen ab 16 Jahre und frühestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis an. Nach Bewertung der vom Hersteller vorgelegten Daten will die EMA Anfang Oktober über den Antrag entscheiden.

Schutz vor dem Delta-Virus

Nicht zuletzt macht die derzeit dominante, aggressive Delta-Variante eine Auffrischung notwendig. Die verfügbaren Vakzine bieten gegen diese Mutation einen guten Schutz. Das sollte auch so bleiben, vermutet eine der Entwicklerinnen des Astrazeneca-Impfstoffs in London. Sie hält die Entstehung einer noch gefährlicheren Variante des Virus als Delta aktuell für eher unwahrscheinlich.

Entwicklung zur saisonalen Krankheit

„Normalerweise werden Viren harmloser, während sie zirkulieren, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es noch eine bösartigere Version von Sars-CoV-2 geben wird“, sagte die Immunologin Sarah Gilbert von der Universität Oxford. Sie gehe auch nicht davon aus, dass das Virus so mutiere, dass es sich etwa der Wirkung der Impfstoffe entziehe. Vielmehr vermutet Gilbert, dass das Virus sich angesichts der wachsenden Immunität in der Bevölkerung ähnlich wie andere saisonale Coronaviren entwickeln werde.

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