Die Impfvoranmeldungen in Kärnten laufen ab Freitag.

© dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Wissen Gesundheit
02/04/2021

Corona-Studie: Zuerst mit Astra Zeneca impfen, dann mit Biontech?

Erst- und Auffrischungsimpfung von verschiedenen Herstellern: Wenn das möglich wäre, wäre man beim Impfen flexibler.

von Ute Brühl

Zuerst den Impfstoff von Astra Zeneca und dann den von Biontech/Pfizer - oder auch umgekehrt. Ist es machbar, einen anderen Impfstoff für die Erstimpfung als für die Auffrischung zu verwenden? Wenn das möglich wäre, würde dies das ganze Impfprogramm deutlich flexibler machen.

Ob das möglich ist, soll jetzt in Großbritannien getestet werden. Der leitende Prüfarzt Matthew Snape meint dazu: "Wenn wir zeigen, dass diese Impfstoffe austauschbar im gleichen Zeitplan verwendet werden können, wird dies nicht nur die Flexibilität der Impfstoffverabreichung erheblich erhöhen, sondern könnte Hinweise darauf liefern, wie die Breite des Schutzes gegen neue Virusstämme erhöht werden kann."

Astra Zeneca und Biontech

Die Studie rekrutiert nun mehr als 800 Freiwillige im Alter von 50 Jahren und älter aus acht vom National Institute for Health Research (NIHR) unterstützten Standorten in England, um die vier verschiedenen Kombinationen aus Erst- und Auffrischungsimpfung zu untersuchen: Eine erste Dosis des Oxford-AstraZeneca-Impfstoffs, gefolgt von einer Auffrischung entweder mit dem Pfizer-Impfstoff oder einer weiteren Dosis des Oxford-AstraZeneca-Impfstoffs, oder eine erste Dosis des Pfizer-Impfstoffs, gefolgt von einer Auffrischung entweder mit dem Oxford-AstraZeneca-Impfstoff oder einer weiteren Dosis des Pfizer-Impfstoffs.

Diese werden in zwei verschiedenen Dosierungsschemata untersucht: in einem Abstand von vier Wochen für eine frühe Zwischenauswertung und in einem zwölfwöchigen Intervall.

Anhand von Blutproben, die von den Probanden entnommen werden, wird die Studie die Auswirkungen der verschiedenen Dosierungsschemata auf die Immunreaktionen der Teilnehmer und auf etwaige zusätzliche Nebenwirkungen der neuen Impfstoffkombinationen überwachen. Die Studie wird 13 Monate dauern.

Das Beste herausholen

Maheshi Ramasamy, Senior Clinical Researcher und Prüfarzt der Studie, erläutert Details: "Im Zuge der Einführung von Impfungen in Großbritannien können wir untersuchen, wie wir das Beste aus den uns zur Verfügung stehenden Impfstoffen herausholen können. Jetzt untersuchen wir, ob die Verwendung verschiedener Kombinationen von zwei derzeit zugelassenen Impfstoffen eine gute Alternative zum Standardimpfplan darstellt. Wir werden auch die Auswirkungen des Intervalls zwischen den Dosen auf die Immunreaktionen untersuchen."

Immunreaktion verstärken?

Für den Hauptverantwortlichem der Studie, Professor Jonathan Van-Tam, steht fest: "In Anbetracht der unvermeidlichen Herausforderungen bei der Immunisierung einer großen Anzahl von Menschen und möglicher globaler Lieferengpässe ist es von Vorteil, über Daten zu verfügen, die ein flexibleres Immunisierungsprogramm unterstützen könnten, falls dies erforderlich und von der Arzneimittelbehörde genehmigt ist."

Es sei sogar möglich, dass durch die Kombination von Impfstoffen die Immunreaktion verstärkt werden könnte, was zu noch höheren und länger anhaltenden Antikörperspiegeln führen könnte: "Das wissen wir aber erst, wenn wir die Daten haben."

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