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CED: Eine schnelle Diagnose ist entscheidend

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa treffen zunehmend junge Menschen. Je früher sie erkannt werden, desto besser lassen sie sich heute behandeln, sagt Gastroenterologin Monika Ferlitsch.
Ärztin in OP-Kleidung beobachtet Endoskopie auf zwei Monitoren im dunklen OP-Saal.

Mir begegnen  immer wieder junge Menschen, die über Monate unter Bauchschmerzen, Durchfällen und einer lähmenden Müdigkeit gelitten haben, bevor die Diagnose feststand: eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Dabei sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa heute besser behandelbar denn je – vorausgesetzt, sie werden früh erkannt. Für die Diagnose ist zumindest eine Darmspiegelung, bei der Colitis ulcerosa ergänzt durch eine Blutabnahme, notwendig, beim Morbus Crohn auch eine Magenspiegelung und eine Dünndarmuntersuchung (meistens mittels Schnittbildverfahren).


Die Beschwerden reichen von wiederkehrenden Durchfällen, Bauchkrämpfen und Blut im Stuhl bis zu Gewichtsverlust und Erschöpfung. Doch die Erkrankung betrifft nicht nur den Darm. Viele Patientinnen und Patienten leiden zusätzlich unter Gelenkschmerzen, Hautveränderungen, Augenentzündungen oder Problemen der Leber und Gallenwege. Besonders wichtig in der Erstdiagnose und der weiteren Betreuung ist heute Calprotectin, ein Entzündungsmarker im Stuhl. Er ermöglicht uns, die Krankheitsaktivität einfach und zuverlässig zu überwachen, Therapien rechtzeitig anzupassen und manche Kontrollkoloskopien zu vermeiden. Unbehandelt können chronisch entzündliche Darmerkrankungen schwerwiegende Folgen haben. Vor allem bei Morbus Crohn entstehen mitunter Fisteln, also krankhafte Verbindungsgänge zwischen Darm und anderen Organen oder der Haut. Auch schmerzhafte Abszesse und narbige Verengungen bis hin zum Darmverschluss sind möglich. Unser Ziel ist es, Entzündungen so früh und konsequent zu behandeln, dass solche Komplikationen möglichst verhindert werden.

Ebenso wichtig ist die Darmkrebsvorsorge. Eine jahrelange Entzündung des Dickdarms erhöht das Risiko für Darmkrebs. Deshalb sollten Betroffene regelmäßige Vorsorgekoloskopien wahrnehmen. Eine gute Entzündungskontrolle bleibt die beste Prävention. Auch therapeutisch hat sich viel verändert. Neben klassischen Medikamenten stehen inzwischen hochwirksame Biologika sowie neue zielgerichtete Therapien zur Verfügung. Sie eröffnen vielen Menschen die Chance auf ein nahezu beschwerdefreies Leben.
Immer häufiger werde ich nach der richtigen Ernährung gefragt. Eine spezielle CED-Diät gibt es nicht. Empfehlenswert ist  eine frische, abwechslungsreiche und möglichst wenig verarbeitete Kost. Im Fokus der Forschung stehen Emulgatoren, die zahlreichen Fertigprodukten zugesetzt werden. Auf diese sollten die Patienten mit CED auf jeden Fall verzichten. Eine reine Ernährungstherapie ist bei Kindern bereits sehr gut etabliert, die diesbezügliche Forschung bei Erwachsenen ist noch im Gange. 
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind weit mehr als ein Darmproblem. Mit moderner Medizin, regelmäßiger Vorsorge und einer vertrauensvollen Begleitung können Betroffene heute jedoch ein aktives und erfülltes Leben führen. 

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