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Wie gefährlich sind billige Beauty-OPs im Ausland?

Brustvergrößerung, Bauchstraffung oder Fettabsaugung zum Schnäppchenpreis: Eine Umfrage zeigt die häufigen Folgen.
KYRGYZSTAN-HEALTH-SURGERY-PLASTIC-SOCIAL

Zusammenfassung

  • Eine ESPRAS-Umfrage unter 250 plastischen Chirurgen aus 36 Ländern zeigt, dass fast 90 Prozent bereits Komplikationen nach günstigen Beauty-OPs im Ausland behandelt haben.
  • Besonders häufig traten Probleme nach Bauchdeckenstraffungen, Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen auf, vor allem Wundheilungsstörungen, Nekrosen und Infektionen.
  • Als Haupttreiber gilt der niedrige Preis, während Fachleute vor Gewinnmaximierung zulasten der Patientensicherheit warnen und strengere Standards sowie europaweite Regulierung fordern.

Von den Beteiligten - Patienten und Ärzten gleichermaßen - wird nicht gerne über Eingriffe der Plastischen Chirurgie im Ausland gesprochen. Doch fast 90 Prozent von 250 Teilnehmern an einer anonymen Umfrage der europäischen Fachgesellschaft (ESPRAS) haben schon Patienten mit Komplikationen nach Operationen im jeweiligen Ausland behandelt.

„Die Nachfrage nach ästhetischer Chirurgie ist rasant gestiegen. Der damit einhergehende Anstieg grenzüberschreitender medizinischer Behandlungen belastet die europäischen Gesundheitssysteme zunehmend mit importierten Komplikationen“, schrieben jetzt europäische Fachleute für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie unter Cenk Demirdover (Izmir) und seine Co-Autoren, unter ihnen auch Dolores Wolfram (Innsbruck), im „Journal of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery“ in ihrer Vorabpublikation.

„Nachfrage nach ästhetischer Chirurgie rasant gestiegen“

Die europäische medizinische Fachgesellschaft (ESPRAS) verteilte deshalb zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 einen anonymen Online-Fragebogen (43 Fragen in drei thematischen Abschnitten) an ihre nationalen Mitgliedsgesellschaften. Dieser erfasste die Behandlungspraxis bei „internationalen“ Patienten, das Management von Komplikationen nach jeweils im Ausland durchgeführten Eingriffen und schließlich gewünschte Schutzmaßnahmen und Reformen in der Gesundheitspolitik, um die auftauchenden Probleme zu beherrschen.

Insgesamt gab es 250 Rückmeldungen von Fachärzten für Plastische Chirurgie aus insgesamt 36 Ländern. 92 Prozent der Teilnehmer besaßen eine nationale oder internationale Facharztanerkennung für ihren Tätigkeitsbereich.

Brustchirurgie als „Hit“

Die häufigsten Eingriffe bei internationalen Patientinnen waren Brustvergrößerungen (86), Brustverkleinerung bzw. Eingriffe zur Straffung von Brüsten (82) und Bauchdeckenstraffung (80). Die Operation im Ausland war bei weitem nicht immer ohne negative Begleiterscheinungen. „89 Prozent der Befragten hatten in den vorangegangenen fünf Jahren Komplikationen nach im Ausland durchgeführten Eingriffen behandelt“, schrieben die Fachleute.

Am häufigsten waren Komplikationen nach Bauchdeckenstraffungen (144), Brustvergrößerungen (106) und nach Fettabsaugen (76) aufgetreten, so die Teilnehmer an der Umfrage. Aufgehen von Wundnähten und Nekrosen waren mit 156 Fällen die am häufigsten registrierten Probleme. Dann folgten Infektionen (131).

Gewinnmaximierung als Gefahr

Für den Medizintourismus nannten die Patientinnen bzw. Patienten am häufigsten die Kosten für die Eingriffe (49,8 Prozent). Bei den Umfrageteilnehmern gaben 77,2 Prozent an, dass Gewinnmaximierung durch die Leistungserbringer bei weniger Patientensicherheit der am meisten problematische Faktor für Komplikationen gewesen sei. Verbindliche internationale Qualifikationsstandards (35,6 Prozent) und eine strengere Regulierung der Leistungserbringer (23,6 Prozent) wurden am häufigsten als politische Prioritäten befürwortet.

„Europäische Plastische Chirurgen beschreiben eine fragmentierte Landschaft, in der ein regulierter Kern neben einer unregulierten kommerziellen Peripherie existiert. ESPRAS schlägt ein Vier-Säulen-Modell vor - öffentliche Chirurgenregister, Akkreditierung von Einrichtungen und Fachkräften, obligatorische Versicherung für den Fall von Komplikationen und harmonisierte europäische Leitlinien für Patienten und Chirurgen - als Grundlage für eine koordinierte europäische Antwort“, schrieben die Autoren in ihrer Zusammenfassung.

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