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Wissen Gesundheit
12/08/2020

Erstmals Ergebnisse präsentiert: Oxford-Impfstoff ist sicher

Nach der Kritik rund um die Studie von AstraZeneca wurden erstmals Resultate begutachtet. Österreich könnte bis zu sechs Millionen Impfdosen erhalten.

Zum ersten Mal überhaupt sind jetzt Resultate zur Wirksamkeit eines Covid-19-Impfstoffs in einer begutachteten Fachzeitschrift veröffentlicht worden. Das Vakzin AZD1222 sei sicher und biete nach Gabe zweier Dosen einen Schutz von etwa 70 Prozent gegen die Erkrankung, schreibt das Team um Andrew Pollard von der Universität Oxford im Fachblatt The Lancet.

Die vorläufigen Resultate bestätigen weitgehend die Daten, die die Universität und der schwedische Pharmakonzern AstraZeneca schon im November vorgelegt hatten. Bisher erwies sich die Impfung, die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika getestet wird, als sicher. Bekanntlich bestellte die EU-Kommission und 400 Millionen Impfstoffdosen bei AstraZeneca. Wenn der AstraZeneca-Impfstoff von der Europäischen Arzneimittelagentur die Zulassung erhält, werden Österreich rund sechs Millionen Impfstoffdosen fix zugeteilt.

Nur drei der knapp 24.000 Teilnehmer entwickelten im Zeitraum von zunächst 3,4 Monaten schwere Symptome, bei denen allerdings unklar ist, ob sie vom Impfstoff stammen. Einer der Teilnehmer zählt zur Kontrollgruppe, die die Covid-19-Impfung nicht erhalten hatte. Bei einem zweiten ist die Zugehörigkeit unklar. Alle drei seien genesen oder auf dem Weg der Besserung, hieß es.

Die Daten zur Wirksamkeit beruhen den Angaben zufolge nur auf Daten von 11.600 Probanden, die zur Sicherheit auf Daten von knapp 24.000.

Kaum Rückschlüsse auf ältere Probanden

Die bisherige Schutzwirkung hängt der Auswertung zufolge stark von der Dosis ab: Von jenen 4.440 Teilnehmern, die zwei volle Dosen bekommen hatten, erkrankten 27 an Covid-19, was 0,5 Prozent entspricht. In der ähnlich großen Kontrollgruppe waren es 71 (1,6 Prozent). Daraus errechnet sich ein Schutzeffekt von 62 Prozent.

Bei der deutlich kleineren Teilnehmer-Gruppe, die bei der ersten Teilimpfung versehentlich eine halbe Dosis und erst beim zweiten Mal die volle Dosis bekamen, betrug der Schutz dagegen 90 Prozent: In der tatsächlich geimpften Gruppe erkrankten drei von knapp 1.367 Menschen (0,2 Prozent), in der ähnlich großen Kontrollgruppe waren es 30 (2,2 Prozent).

Allerdings war in diesem Teil der Impfung kein Teilnehmer älter als 55 Jahre. Und auch bei jenen Probanden, die zwei volle Dosen erhielten, lassen sich kaum Aussagen zu älteren Menschen treffen, denn hier erkrankten nur insgesamt fünf Menschen über 55 Jahren. Die Analysen in dieser Altersgruppe liefen noch weiter, schreiben die Forscher.

Bei Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2, die nicht zu einer Erkrankung führten, sieht die Impfbilanz schwächer aus: Wöchentliche Tests der Teilnehmer ergaben, dass sich 29 von rund 3.300 geimpften Teilnehmern infizierten (0,9 Prozent), in der kaum größeren Kontrollgruppe waren es 40 (1,2 Prozent). Das entspricht einer Schutzwirkung von 27 Prozent.

Bei jener Gruppe, die die beiden unterschiedlichen Impfdosen bekommen hatten, lag der Schutz vor einer symptomfreien Infektion bei 59 Prozent.

Zur Dauer des Schutzeffekts können die Forscher bisher noch keine Angaben machen. Der Impfstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Schimpansen-Erkältungsvirus und enthält Genmaterial eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt.

Das Mittel soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig. Insgesamt haben weltweit Länder bereits Milliarden Dosen bei AstraZeneca geordert.

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