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Wissen Gesundheit
05/29/2018

Asthma: Jedes zehnte Kind betroffen

Die starke Asthma-Zunahme der vergangenen Jahre ist aber offenbar gebremst.

International scheint es, als h√§tte die seit den 1970er-Jahren registrierte starke Zunahme der Zahl der Asthma-Erkrankungen ein Plateau erreicht. Trotzdem bleibt Asthma die h√§ufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, sagte der Grazer Experte Andre Hermann am Montag bei den √Ėsterreichischen √Ąrztetagen in Grado.

"In √Ėsterreich leiden rund 500.000 Menschen an Asthma. Die Zahl der Kranken mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ist etwa doppelt so hoch. Weltweit gibt es rund 300 Millionen Asthma-Kranke", sagte der Experte.

Die Zahl der COPD-Kranken nimmt hingegen weiterhin weltweit rasant zu. Das liegt an der älter werdenden Bevölkerung und ist ein Effekt des vermehrten Rauchens in vielen Teilen der Welt, vor allem in ärmeren Regionen, in den vergangenen Jahrzehnten.

Risikofaktoren Rauchen, Allergien

Dem gegen√ľber d√ľrfte sich die Entwicklung beim Asthma als multifaktoriell bedingte, chronisch entz√ľndliche Erkrankung der Atemwege mit vermehrter Reaktion auf Reize und in ihrem t√§glichen Verlauf mit wechselnder Intensit√§t der Einschr√§nkung der Atemwege verlangsamt haben. Aber, wie der Experte sagte: "Zehn Prozent der Kinder und f√ľnf Prozent der Erwachsenen leiden an Asthma."

Die genetischen Hintergr√ľnde der Erkrankung sind noch l√§ngst nicht alle gekl√§rt. Adipositas, m√§nnliches Geschlecht vor der Pubert√§t und weibliches Geschlecht nach der Pubert√§t sowie Stress k√∂nnen zur Entstehung von Asthma beitragen. Einen √ľberragenden Faktor stellen Allergien dar. Das Rauchen ist ebenso ein starker Risikofaktor. Auch Vitamin D-Mangel k√∂nnte eine Rolle spielen.

Besonders problematisch ist das allergische Asthma, das aus einem anf√§nglichen "Heuschnupfen" (allergische Rhinitis) entstehen kann. Die Experten sprechen dann von "Etagenwechsel". "80 Prozent der Patienten mit Asthma bronchiale haben auch eine chronisch entz√ľndliche Erkrankung der oberen Atemwege (EOA). Bis zu 40 Prozent der EOA-Patienten haben gleichzeitig Asthma", berichtete Hermann. Das Risiko, bei einer EOA sp√§ter auch an Asthma zu erkranken, betrage das Sechsfache von Menschen ohne allergische Rhinitis etc.

Regelmäßige Kontrolle

Allergieanamnese (Krankheitserhebung), Hauttest, Bestimmung der IgE-Antikörper im Blut, eine eventuelle Provokationstestung, um die Beteiligung eines Allergens zu bestätigen und der Versuch, den Betroffenen möglichst von den sein Immunsystem reizenden Allergenen fernzuhalten, sind die wichtigsten Bestandteile einer sachgerechten Stufendiagnostik. "Ziel der Therapie ist dann die vollständige Kontrolle des Asthmas", sagte Hermann.

Inhalierbares Cortison, Leukotrien-Antagonisten (vor allem f√ľr Kinder) sowie kurz- oder langwirksame Bronchien erweiternde Medikamente sind die Hauptst√ľtzen der medikament√∂sen Therapie. Dazu kamen in der j√ľngeren Vergangenheit der Anti-IgE-Antik√∂rper Omalizumab sowie (bei sogenanntem eosinophilen Asthma) die Anti-Interleukin 5-monoklonalen Antik√∂rper Mepolizumab und Reslizumab.

Wichtig ist auch die regelm√§√üige Kontrolle des Zustandes des Asthmapatienten durch den Arzt. Die chronische Krankheit bedingt n√§mlich ein st√§ndiges Auf und Ab, das der Patient bis zu einem gewissen Ausma√ü selbst managen k√∂nnen sollte. Wenn allerdings eine vollst√§ndige Kontrolle der Asthma-Symptome √ľber einen Zeitraum von mehr als drei Monaten gelingt, kann auch daran gedacht werden, die medikament√∂se Therapie wieder stufenweise abzubauen.

 

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