Wissen | Gesundheit
12.05.2018

Antibiotika in früher Kindheit können zu Übergewicht führen

Besonders kritisch sind die ersten sechs Lebensmonate - aber auch danach kann es zu Langzeitfolgen kommen.

Eine gesunde Darmflora ist wesentlich für die Gesundheit im Allgemeinen und kann auch eine entscheidende Rolle spielen, was das Körpergewicht angeht. Das zeigten bereits mehrere Studien. Faktoren, die unsere Darmflora beeinflussen können, sind einerseits die Ernährung, aber auch Medikamente. Allen voran Antibiotika.

In einer Meta-Analyse dänischer Wissenschaftler wurde nun der Einfluss der Anwendung von Antibiotika in der frühen Kindheit auf das spätere Risiko für Übergewicht und Adipositas (krankhaftes Übergewicht) untersucht. Die Forscher konnten 13 relevante Studien mit insgesamt 527.504 Kindern ausfindig machen.

Alter und Häufigkeit entscheidend

Die Analyse und Auswertung der Studien ergab, dass die Verabreichung von Antibiotika in der frühen Kindheit (0 bis 24 Monate) das Risiko für Übergewicht und Adipositas in jungen Lebensjahren erhöhte. Die Ergebnisse unterschieden sich dahingehend, wie oft den Kindern Antibiotika verabreicht wurden: Wenn Antibiotika ab einem Alter von sechs Monaten nur einmalig verwendet wurden, konnte kein Einfluss auf das spätere Risiko für Übergewicht oder Adipositas erkannt werden. Auch wenn die Antibiotika zwischen dem sechsten und 24. Lebensmonat einmalig eingenommen wurden, erhöhte dies das Risiko nicht.

Anders verhielt es sich, wenn Antibiotika mehrfach verabreicht wurden. Vor dem sechsten Lebensmonat reichte eine einmalige Gabe aus. Trat einer dieser beiden Fälle ein, so erhöhte dies das Risiko für Übergewicht oder Adipositas in der Kindheit signifikant.

Nun muss weitere Forschung klären, ob die negativen Auswirkungen von Antibiotika auf eine systematische Zerstörung der Darmflora zurückgeführt werden können, oder ob andere Faktoren am Werk sind.