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Abnehm-Medikamente: Je wirksamer, desto mehr Nebenwirkungen

Abnehm-Medikamente helfen zwar beim Gewichtsverlust, verursachen aber häufig Übelkeit und Erbrechen. Eine neue Studie zeigt: Je wirksamer das Mittel, desto mehr Nebenwirkungen gibt es.
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Die wirksamsten modernen Medikamente gegen Fettleibigkeit sind einer neuen Studie zufolge zugleich auch die mit den meisten Nebenwirkungen. „Die größten Vorteile sind in der Regel mit mehr Nebenwirkungen, Einschränkungen für die Patienten und Behandlungsabbrüchen verbunden“, erklärten die Autoren einer am Donnerstag in der Fachzeitschrift „BMJ“ veröffentlichten zusammenfassenden Untersuchung. Dazu wurden mehr als 200 Studien zu Behandlungen mit sogenannten GLP-1-Antagonisten ausgewertet. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen demnach Übelkeit und Erbrechen.

GLP-1-Antagonisten, häufig auch als Abnehmspritze bezeichnet, wurden ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt und werden heute auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Die Medikamente regulieren den Blutzuckerspiegel und können dadurch das Sättigungsgefühl erhöhen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen.

Gewichtsverlust von 15 Prozent

Die beiden wirksamsten GLP-1-Medikamente sind der Studie zufolge Tirzepatid - das vom Pharmakonzern Eli Lilly als Abnehmspritze Mounjaro vertrieben wird - sowie das derzeit vom Konkurrenten Novo Nordisk entwickelte Medikament Cagrisema, das die Wirkstoffe Semaglutid und Cagrilintid miteinander kombiniert. Die beiden Medikamente führen der Studie zufolge zu einem Gewichtsverlust von etwa 15 Prozent.

Das ausschließlich den Wirkstoff Semaglutid enthaltende GLP-1-Medikament Wegovy führt zu einem geringeren Gewichtsverlust von zehn Prozent. Allerdings zählt Semaglutid als alleiniger Wirkstoff ebenso wie Tirzepatid zu den wenigen GLP-1-Präparaten, die nachgewiesenermaßen kardiovaskuläre Risiken senken können.

Erfahrungen begrenzt

Der neuen Studie zufolge verbesserte allerdings keines der Abnehm-Medikamente nachweislich die Lebensqualität der Patienten insgesamt. Die Erfahrungen auf diesem Gebiet sind jedoch noch begrenzt, die Autoren sprachen sich für Langzeitstudien aus.

Gesundheitsbehörden stehen zunehmend vor der Entscheidung, in welchem Umfang die - allesamt recht kostspieligen - GLP1-Behandlungen von den Krankenkassen übernommen werden sollen. Frankreich hatte kürzlich eine Kostenerstattung für die Abnehmspritzen Wegovy und Mounjaro genehmigt - allerdings nach strengen Kriterien, die viele Patienten ausschließen.

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