Wissen
09.10.2017

Wenn eine gesunde Ernährung nicht reicht

Futterergänzung. Manche Patienten profitieren von zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen.

Es gibt Pulver und Pasten, Tropfen, Tinkturen und Tabletten, Gele, Kapseln, Flocken. Und dazu überzeugende Beipackzettel: Die Extraportionen an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Fetten und Säuren machen Haustiere gesünder als gesund. Sie stärken Knochen, Bänder und Sehnen, fördern die Widerstandskraft, unterstützen die Herzfunktion, helfen der Verdauung und lassen das Fell glänzen.

"Nahrungsergänzungsmittel gibt es nicht nur für Menschen, sie sind längst in der Tiermedizin angekommen", sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, für welche Patienten die zusätzlichen Ausgaben sinnvoll sind und wann sie gespart werden können.

Das Beste ist gerade gut genug: Vielen Besitzern geht die Liebe zu ihrem Haustier durch dessen Magen. Die Angebote für den Speiseplan sind zudem riesig. "Ein gesunder Körper braucht bei ausgewogener Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft keine ergänzenden Futtermittel", sagt Reitl. Hochwertige Produkte im Napf decken den Bedarf an Vitaminen und Nährstoffen, Bewegung kurbelt den Stoffwechsel an, Sonnenlicht tut das übrige.

Wo Ergänzungen notwendig sind

Es gibt aber auch Haustiere, bei denen selbst die richtige Ernährung nicht reicht. Allen voran sind das Reptilien. "Die Haltung von Tieren im Terrarium unterscheidet sich grundlegend vom Leben in freier Natur", erklärt Reitl. Sie müssen – nach Bedarf – mit zusätzlichen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden.

Doch nicht nur Exoten profitieren von der erhöhten Wirkstoffzufuhr. Auch für manche Säugetiere können die Präparate ohne Arzneimittelzulassung nötig sein. "Bei bestimmten Krankheiten, vor Operationen, bei geschwächten Patienten, bei Leiden des Nervensystems und altersbedingten Schmerzen sind Futterergänzungsmittel durchaus angebracht", zählt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn auf. Vitamin C hilft gegen Abgeschlagenheit, Mariendistel-Extrakt bremst die Leberschädigung, ein Mehr an Vitamin B unterstützt die Nerven und lindert Schmerzen auf natürliche Weise. Ginkgo hält agil.

"Hält man sich an die für die jeweilige Tierart empfohlene Höchstmenge, kann man mit Nahrungsergänzungsmitteln nichts falsch machen", sagt der KURIER-Tiercoach: "Unter den genannten Bedingungen sollte man es auf jeden Fall probieren."