Wissen
09.12.2018

Forschung: Warum Sport und gesunde Nahrung gut fürs Hirn sind

Ständige Entzündungen im Gehirn können die Gedächtnisleistungen beeinträchtigen. Wie Sie vorbeugen können.

Ein gutes Gedächtnis bis ins hohe Alter: Wer wünscht sich das nicht? Viele beugen dem Gedächtnisverlust vor, indem sie z.B. Sudokus lösen oder einen neue Sprache lernen. Das ist durchaus hilfreich, wenn man geistig fit bleiben will. Allerdings: „Viel wichtiger ist es, dass man milde Formen der Gehirnentzündung vermeidet“, erklärt der Hirnforscher Jürgen Sandkühler.

Gehirnentzündung – das Wort klingt dramatisch. Dabei sind solche Entzündungen in unserem Körper fast alltäglich. „Wenn wir zum Beispiel drei Nächte nach einander nicht gut geschlafen haben, ist das Gehirn entzündet. Auch psychischer Stress durch zu viel Arbeit oder Konflikte in der Familie können eine Ursache sein.“

Übergewicht

Wer sich noch dazu kaum bewegt und zu viele Kilos auf den Rippen hat, tut seinem Gehirn langfristig auch nichts Gutes: „Beides hat eine permanente Entzündung im Gehirn und im Körper zur Folge, was die kognitiven Fähigkeiten und Gedächtnisleistungen beeinträchtigt. Ebenso werden die Stimmung und die Aufmerksamkeit beeinflusst.“ Das hat jeder schon einmal am eigenen Leib erfahren, wenn er zum Beispiel eine Grippe hat: „Dann will man sich nichts merken, man fühlt sich antriebsschwach und niedergeschlagen. Das Konzentrieren fällt einem schwer.“

Viel Bewegung

Wer also bis ins hohe Alter geistig fit bleiben will, sollte viel Sport betreiben, z.B. Laufen, Schwimmen oder Ballspiele: „Die Skelettmuskulatur setzt dabei entzündungshemmende Substanzen frei.“ Das Gleiche gilt für die Ernährung, wo der Hirnforscher auf die Mittelmeerdiät setzt: Wenig rotes Fleisch, dafür viel frisches Obst und Gemüse sowie Fisch – so beugt man Entzündungen in Körper und Gehirn vor.“ Auch soziale Kontakte helfen dabei, dass die grauen Zellen lange funktionieren.

Noch ein Rat: Wer etwas Neues lernen will, muss seiner Sache Bedeutung geben – also keine Sprache lernen, nur weil man das Gehirn trainieren will. Wer hingegen die Sprache des Urlaubslandes übt, das er demnächst besuchen wird, wird erfolgreich sein.