This 2006 photo made available by the Centers for Disease Control and Prevention shows a female Aedes aegypti mosquito acquiring a blood meal from a human host at the Centers for Disease Control in Atlanta. Scientists have made a promising advance for controlling dengue fever, a tropical disease spread by mosquito bites. They've rapidly replaced mosquitoes in the wild with skeeters that don't spread the dengue virus. The report is to be released in the Thursday, Aug. 25, 2011 issue of the journal Nature. (Foto:Centers for Disease Control and Prevention, James Gathany/AP/dapd)

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Dengue
12/09/2012

Fiebermücken im Urlaubsparadies

Die Tropenkrankheit Dengue breitet sich weltweit aus, auch viele Winter-Fernreiseziele sind betroffen.

von Ernst Mauritz

Wer heuer über die Weihnachtstage nach Madeira fliegt, sollte eines nicht vergessen: Mückenschutz. Auf der portugiesischen Insel wurden seit Anfang Oktober nach offiziellen Angaben bereits knapp 2000 Infektionen registriert. Damit handelt es sich um den größten Ausbruch der von Mücken übertragenen Krankheit in Europa seit den 1920er-Jahren.

Univ.-Prof. Herwig Kollaritsch vom Institut für Tropenmedizin der MedUni Wien und dem Zentrum für Reisemedizin gibt Tipps.

KURIER: Wie beurteilen Sie die Situation auf Madeira?
Herwig Kollaritsch: Es gibt keinen Grund zur Panik und auch keinen, eine gebuchte Reise zu stornieren. Es sind auch noch keine Todesfälle bekannt. Trotzdem ist die weltweite Entwicklung bei Dengue sehr bedenklich: Die globale Zahl der Neuinfektionen steigt stark an – zum Beispiel in Asien, auch in den Tourismusdestinationen in Thailand. Dengue ist mittlerweile die häufigste nach Europa importierte Tropenkrankheit. Im Schnitt kommen jährlich 50 bis 100 Urlauber mit Dengue nach Österreich zurück – bei Malaria hingegen sind es maximal 50. Und es gab – abgesehen von Madeira – in Europa auch schon in Griechenland, Südfrankreich und Kroatien Infektionen.

Wie gefährlich ist Dengue?
Meist ähneln die Symptome einer Grippe (siehe Grafik). Das Risiko eines schweren Verlaufs mit inneren Blutungen liegt bei der ersten Infektion im Zehntelpromillebereich. Bei einer neuerlichen Infektion mit einem anderen Virustyp ist die Gefahr von Blutungen zwar größer – sie treten dann bei ungefähr einer von hundert Zweitinfektionen auf – aber insgesamt immer noch relativ niedrig.

Welche Möglichkeiten zur Infektionsvorbeugung gibt es?
Nur den konsequenten Mückenschutz, es ist noch kein Impfstoff zugelassen. Während die Malaria-übertragenden Anopheles-Mücken dämmerungs- und nachtaktiv sind, sind die Dengue-übertragenden Mücken tag- und nachtaktiv. Wichtig ist, in der Gebrauchsinformation nachzulesen, ob man als erste Schicht den Sonnen- oder den Mückenschutz auftragen soll. Meist ist es zuerst der Sonnenschutz. Ich rate dazu, die Präparate bereits mitzunehmen und nicht erst im Gastland zu besorgen – wegen möglicher unklarer Zusammensetzung und anderer Wirkstoffkonzentrationen.

Warum breitet sich Dengue so stark aus?
Oft wird die Klimaerwärmung genannt – die Temperatur alleine ist es nicht, es ist die Klimaveränderung insgesamt, also etwa regional stärkere Niederschläge. Eine wesentliche Ursache ist die unkontrollierte Ausdehnung vieler Städte: Es gibt viel stehendes Wasser, sei es in Autoreifen oder alten Tonnen – ideale Brutplätze für die nicht wählerischen Mücken.

Abgesehen von Dengue: Worauf sollen Fernreisende derzeit besonders achten?
Gerade in vielen Regionen Asiens wird das Tollwutrisiko unterschätzt – dabei nimmt auch hier die Zahl der Fälle deutlich zu. Für mich hat in Asien die Tollwutimpfung (drei Teilimpfungen, Anm.) nach jener gegen Hepatitis die höchste Priorität. Hunde in Asien kennen nicht diese liebevolle Zuwendung, die ihnen in Europa entgegengebracht wird. Einer von 3000 Reisenden hat einen tollwutverdächtigen Tierkontakt – das muss kein Biss sein, es genügt schon das Beknabbern oder Belecken nicht intakter Haut. In vielen Ländern ist es schwierig, rasch ein Immunglobulin – für Ungeimpfte die einzige Möglichkeit eines Schutzes nach Kontakt mit dem Tollwut-Virus – zu bekommen. Bei Geimpften genügen hingegen – um wirklich auf der sicheren Seite zu sein – nach einem Biss zwei neuerliche Auffrischungsimpfungen. Die sind überall erhältlich und man hat auch ein bis zwei Tage dafür Zeit. Bei der passiven Immunisierung mit einem Immunglobulin zählt hingegen wirklich jede Stunde.

Sie empfehlen Fernreisenden auch die Grippe-Impfung. Warum eigentlich?
Es gibt keine bessere Möglichkeit, sich die Influenza zu holen als in einer Warteschlange am Flughafen. Rund ein Prozent aller Reisen erkrankt an Influenza.

Einige reisemedizinische Zentren

Reisemed. Beratung MA 15 1030 Wien, Thomas-Klestil-Pl. 8/2
01 / 4000–87624
www.wien.gv.at/ma15

Traveldoc 1040 Wien, Favoritenstr. 32
01 / 505 64 46
www.traveldoc.at

Institut f. Reise u. Tropenmed. 1080 Wien, Lenaug. 19
01 / 402 68 61–0
www.tropeninstitut.at

Zentrum für Reisemedizin 1090 Wien, Alserstr. 48/2
01 / 403 83 43
www.reisemed.at

Tropenzentrum 1100 Wien, Kundratstr. 3
01 / 601 91–2434
www.tropenzentrum.at

Impfzentrum Nord 1220, Kratochwjlestr. 12/1
01 / 263 52 00
www.impfzentrum.at
 

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