Fasten mit Mehrwert

Fasten liegt im Trend. Viele nützen die Fastenzeit, um körperlichen und geistigen Ballast loszuwerden.

Unter Fasten versteht man den freiwilligen und vorübergehenden Verzicht auf feste Nahrung. Täglich kommt man auf ca. 250 Kalorien. Speziell ausgebildete Fastenärzte oder -trainer helfen bei der Umstellung. Die "Österreichische Gesellschaft für Gesundheitsförderung" beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Aspekten des Fastens und bildet Fastentrainer aus. Fastenkuren sollten der Prävention von Zivilisationskrankheiten dienen und eine Initialzündung für Lebensstiländerung sein. Ein Aspekt, der viele Fasten-Freunde anspricht: Durch die Nahrungskarenz wird der Darm entlastet, die Darmflora regeneriert sich. Auch Blutfettwerte normalisieren sich und die Haut wirkt reiner. Mit Hungern haben Fastenkuren nichts zu tun, denn dies ist unfreiwilliger Nahrungsverzicht. Auch Schonkost (z. B. Fisch am Freitag) oder Diäten mit Kalorienreduktion zählen nicht zum Fasten. Dennoch steht bei vielen Gewichtsverlust im Vordergrund. Durch die Nahrungskarenz purzeln durchaus einige Kilos. Die hat man aber mit Rückkehr zur normalen Kost rasch wieder auf den Hüften. Zum Abnehmen lieber auf eine längerfristige Ernährungsumstellung setzen. Ursprünglich lagen dem Fasten religiöse Motive zugrunde. Auch wenn Fastenkuren in Klöstern boomen: Heute sind die Motive zum Großteil andere, etwa Rückbesinnung auf sich selbst. Fastenkuren in Klöstern sind deshalb in den vergangenen 20 Jahren beliebt geworden. In NÖ bietet etwa das Kloster Pernegg Fastenkuren an. Die Zisterzienserinnen in Marienkron im Burgenland ergänzen ihr Fastenangebot u. a. mit Kneipp-Anwendungen. Zudem fällt der Nahrungsverzicht und der Rückzug mit Gleichgesinnten leichter. Zum Start legt man am besten einen Entlastungstag ein. Leichte Reduktionskost - etwa Erdäpfel oder Reis - stimmen den Körper aufs Fasten ein. Dazu mehr als sonst trinken. Der Alltag und die damit verbundene Hektik soll beim Fasten draußen bleiben. Deshalb schon am Entlastungstag auf Fernsehen und Radiohören verzichten. Fastenkuren dauern einige Tage oder eine Woche. In dieser Zeit nimmt man nur flüssige Nahrung wie Suppen zu sich. Der Gedanke dahinter: Der Körper soll seine Energie zum Regenerieren und Reinigen nutzen und nicht zur Nahrungsverdauung. Auch Säfte aus Obst und Gemüse sind fixe Bestandteile einer Fastenkur. Sie liefern Vitamine und Mineralien. Tagsüber soll reichlich Kräutertee getrunken werden. Spezielle Mischungen unterstützen den Fastenprozess. Genussmittel wie Kaffee, Alkohol oder Nikotin sind während der Fastenphase natürlich ebenfalls tabu. Was KURIER Leser in der Fastenzeit gerne zu sich nehmen, können Sie übrigens in dieser Sammlung von #Scoopshot Bildern von Fastenspeisen sehen.  Viele klagen anfangs durch die Umstellung über eine sogenannte Fastenkrise, die sich in Müdigkeit, Schwächegefühl, Stimmungsschwankungen oder anderen funktionellen Störungen zeigt. Für Kritiker ist das ein Hinweis auf Nährstoffmängel. Begleitmaßnahmen wie Massagen sollen unterstützend wirken und zur Entspannung beitragen. Die Reinigung des Körpers kann auch mit Methoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) oder Akupressur ergänzt werden. Bewegung an der frischen Luft kurbelt den Stoffwechsel an und fördert positive Gedanken. Das Fastenbrechen markiert das Ende des Fastens. Man nimmt erstmals feste Nahrung zu sich. Meist ist dies ein Apfel, der bewusst und ganz langsam verzehrt wird. Fastengruppen machen dies gemeinsam. Nun folgen drei drei Aufbautage. Der Körper muss sich wieder umstellen, etwa die Produktion der Verdauungssäfte neu ankurbeln. Am zweiten und dritten Tag leichte Gerichte wie Fastenbrot und Gemüsesuppen oder Rohkostsalate essen. 
(KURIER) Erstellt am
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