Wissen
01.10.2017

Depression ist behandelbar

Am 1. Oktober ist Tag der Depression. In Deutschland versucht ein Online-Portal Betroffenen zu helfen.

Es kann jeden treffen. Und es hat nichts mit vorübergehender Traurigkeit oder Unlust zu tun. Im Gegenteil: Die Stimmung ist anhaltend gedrückt, Antriebslosigkeit macht sich genauso breit wie Interessenlosigkeit, der Wunsch nach sozialen Kontakten schwindet, die Leistungsfähigkeit sinkt: Depressionen gelten mittlerweile als Volkskrankheit.

Am 1. Oktober ist Europäischer Depressionstag. Das Motto heuer lautet: "Reden wir darüber". Aufklärung soll der Krankheit das Stigma nehmen und Betroffenen helfen.

Steigende Zahlen

Weltweit leiden mehr als 300 Millionen Menschen an Depressionen. Tendenz steigend. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO waren 2015 rund 322 Millionen Menschen von Depressionen betroffen - 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Das waren um rund 18 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Der Anstieg geht vor allem auf das Bevölkerungswachstum und die längere Lebenserwartung zurück, ältere Menschen werden häufiger depressiv.

Therapien

Dabei sind Depressionen gut behandelbar. Psychotherapie, Medikamente und unterstützenden Maßnahmen wie Lichttherapie, Musiktherapie, Sport oder Gestalttherapie stehen zur Verfügung.

In Deutschland versucht das Online-Portal Selfapy Menschen aus der Krise zu helfen. Sofort und überall. Nora Blum (25), Kati Bermbach (25) und Farina Schurzfeld (30) bieten mit ihrem Berliner Startup-Unternehmen Online Therapiekurse und persönliche Gespräche mit Psychologen am Telefon oder Chat an. So konnten sie die Symptome von bereits 2000 Klienten mit Depressionen, Angst, Burnout oder Essstörungen innerhalb von neun Wochen um durchschnittlich 20 Prozent mindern.

Die Wirksamkeit der Selfapy-Kurse im Netz wurde 2016 in einer Studie vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf bestätigt. Auch die deutschen Krankenkassen haben das Potenzial des Online-Angebots erkannt, der erste Kurs ist erstattungsfähig. Im nächsten Schritt will Selfapy nun auch psychisch Erkrankten in anderen europäischen Ländern helfen.