Wissen
10.09.2018

Erneuerbare Energien könnten die Sahara begrünen

Großflächige Öko-Energiesysteme könnten die Wüstengegend verändern und genug Elektrizität für die ganze Welt erzeugen.

Was passiert, wenn man in großen Teilen der Sahara in Afrika Windräder und Solaranlagen aufstellt? Um diese Frage zu beantworten, entwickelte ein internationales Forscherteam eine Computersimulation. Das Ergebnis: Die lokalen Regenfälle würden – unter anderen als Folge der Luftzirkulation – stark ansteigen. In der größten Wüste könnte es dadurch an manchen Stellen grün werden. Die Forscher betonen die positiven Auswirkungen des Vorhabens auf die Menschen in der Region und auf den Klimawandel.  Zwar würde sich das regionale Klima verändern – die Windräder vermischen warme und kühle Luft und führen zu einem Temperaturanstieg. Wenn die Anlagen aber groß genug seien, dann könnten sie genug Strom erzeugen, um den weltweiten Energiebedarf komplett abzudecken. Der Klimawandel könne so – trotz des regionalen Temperaturanstiegs – verlangsamt werden. Denn: Je mehr „saubere“ Energie produziert wird, desto stärker gehen CO₂-Emissionen von  fossilen Brennstoffen zurück. Der Computer rechnet vor: Um genug Strom für die ganze Welt zu produzieren, müssten drei Millionen Windräder sowie Solaranlagen auf ungefähr 20 Prozent der Wüstenfläche – das  sind neun Millionen Quadratkilometer– installiert werden.

 

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Science publiziert. Daniel Kirk-Davidoff– einer der Studienautoren– räumt ein: „Der größte Teil der Sahara würde extrem trocken bleiben.“ Aber: Besonders die Region südlich der Wüste könnte sich grundlegend verändern. Gemeint ist damit die Sahel-Zone– ein halbtrockenes Übergangsgebiet zwischen Senegal und Sudan. Hier würde sich die Niederschlagsmenge sogar verdoppeln und   Weideland entstehen. Für die Wissenschaftler bestätigt die Studie das enorme Potenzial erneuerbarer Energieressourcen.  Zwar sei es momentan aus technischen und finanziellen Gründen noch schwierig ein so großes Vorhaben umzusetzen, es sei jedoch in Zukunft ein durchaus realistisches Ziel. Kleinere  Wind- und Sonnen-Parks sind bereits in Teilen Nordafrikas und des Mittleren Ostens geplant.