Wissen und Gesundheit
03.05.2017

Was Intervallfasten wirklich bringt

Einen Tag ganz wenig, den nächsten mehr als sonst üblich essen: Laut einer Studie ist der Abnehmerfolg im Durchschnitt vergleichbar mit einer täglichen Diät, aber nicht größer. Es gibt aber eine höhere Drop-out-Rate.

Es ist einer der großen Diättrends: Das Intervall- bzw. intermittierende Fasten. Also einen Tag essen, was man will – und dafür den nächsten Tag radikal fasten, also gar nichts oder (je nach Diätkonzept) nur wenig essen. Der Psychologe und Kabarettist Bernhard Ludwig etwa propagiert diese Methode seit Jahren in seiner „Anleitung zum Lustvoll-Leben“. Viele Verfechter dieses Prinzips vertreten die Ansicht, dass es zu einem stärkeren Gewichtsverlust führe – und die Lebenserwartung erhöhe. Was das Programm wirklich bringt, ist aber umstritten.

Wissenschafter der Universität von Illinois, USA, haben nun eine Vergleichsstudie gemacht, die im Fachjournal Jama Internal Medicine erschienen ist: Eine Gruppe stark übergewichtiger Menschen reduzierte ihre Kalorienaufnahme ein Jahr lang täglich auf 75 Prozent ihres üblichen Wertes.

Die andere durfte alternierend einen Tag nahezu essen, was sie wollte (125 Prozent des üblichen Energieverbrauchs) – aber am darauffolgenden Tag 500 Kilokalorien nicht überschreiten - das entspricht ungefähr 25 Prozent eines durchschnittlichen täglichen Energieverbrauchs (100 Gramm Spaghetti ohne Sauce haben bereits 350 Kilokalorien).

Höhere Drop-out-Rate

Das Ergebnis nach einem Jahr: Jene Personen aus der Intervallfastengruppe, die durchhielten, hatten ihr Körpergewicht im Schnitt um sechs Prozent reduziert – die täglich Fastenden um 5,3 Prozent. Allerdings: Die Drop-out-Rate lag bei den Intervallfastern bei 38 Prozent, in der konventionellen Fastengruppe hingegen bei nur 29 Prozent.

"Bei einigen funktioniert es ganz gut"

„Das Intervallfasten funktioniert bei einigen Menschen ganz gut“, sagt Studienautorin Krista Varady gegenüber CBS News. Aber für viele sei es schwer, dauerhaft am Fastentag mit nur 500 Kilokalorien auszukommen. Deshalb ist auch die Ausfallsquote in dieser Gruppe größer.

Umstritten sind auch die gesundheitlichen Auswirkungen: „Was diese Methode für die Herzgesundheit und das Management von Diabetes bedeutet, steht noch nicht fest“, zitiert CBS einen Experten des New York University Medical Center.