Zu viel Winterspeck? NIedrigere Umgebungstemperaturen helfen beim Fettabbau

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Studie
01/09/2015

Ein wenig frieren baut den Winterspeck ab

Kälte regt die Bildung von braunem Fett an, das Energie nicht speichert, sondern verbrennt.

Drehen Sie ein wenig die Heizung zurück oder machen Sie auch bei tiefen Temperaturen ausreichend Bewegung im Freien - über den Effekt der Bewegung hinaus helfen auch niedrige Temperaturen alleine, Fett zu verbrennen: Das zeigt jetzt eine neue Studie der Universität von Kalifornien in Berkeley, USA. Denn kalte Luft erhöht die Aktivität eines neu entdeckten Proteins, das eine entscheidende Rolle bei der Bildung von braunem Fett spielt. Das Protein Zfp516 hilft, weißen Fettzellen braunen Fettzellen ähnlicher zu werden - und diese verbrennen Energie anstatt sie zu speichern.

Zwei Fettzellarten

Säugetiere - und somit auch Menschen - haben zwei Arten von Fettzellen: Die weißen Fettzellen dienen vor allem als Energiespeicher. Sie machen den Großteil des Körperfettes aus und sind die Fettspeicher. Sie vermehren sich, wenn dem Körper genügend Nahrung zur Verfügung steht und speichern die Energie in Form von Fetttropfen für „schlechte Zeiten“. Braune Fettzellen hingegen sind imstande, Energie zu verbrennen, um Körperwärme entstehen zu lassen.

Und sie produzieren hohe Mengen an Wärme auch in Ruhe (also ohne Bewegung) im Gegensatz zum Muskel, der Wärme erst durch Bewegung oder Zittern produziert.

Die kalifornischen Forscher fütterten Mäuse mit sehr fettreicher Nahrung. Bei einer Gruppe der Tiere war durch eine genetische Veränderung der Spiegel des Proteins Zfp516 erhöht und damit auch die Menge an braunem Fett. Fazit: Diese Mäuse nahmen um 30 Prozent weniger zu als die Mäuse mit der normalen Konzentration dieses Proteins.

Geringeres Diabetes-Risiko

Doch das braune Fett spielt nicht nur eine Rolle bei der Energieverbrennung und damit beim Abnehmen. "Es gibt Daten, das es auch den Stoffwechsel und die Insulinresistenz (Vorstufe auf dem Weg zum Diabetes, Anm.) beeinflussen könnte", sagt Studienleiter Hei Sook Sul. Die Insulinresistenz geht bei einem höheren Anteil an braunem Fett zurück, hohe Werte an Blutzucker und Blutfetten können gesenkt werden.

Doch durch einen Lebensstil in das ganze Jahr über gleichmäßig temperierten Räumen ist der Anteil des braunen Fettes zurückgegangen: Finnische Arbeiter, die sich viel im Freien aufhalten, haben einen signifikant höheren Anteil an braunem Fett als gleichaltrige, vor allem in Innenräumen arbeitende Finnen.

Die kalifornischen Forscher betonen, dass weitere Studien notwendig sind, aber das neu entdeckte Protein könnte ein wichtiger Faktor bei der Behandlung und der Vorbeugung von starkem Übergewicht und Begleiterkrankungen werden.

Die Studie ist im Fachjournal Molecular Cell erschienen.

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