Wissen und Gesundheit
30.11.2016

Diese Sportarten verlängern das Leben

Forscher haben berechnet, mit welchem Training man das geringste Sterberisiko hat.

Wer noch auf der Suche nach dem richtigen Training ist, um möglichst lange zu leben, kann sich an den Ergebnisse dieser Analyse orientieren: Demnach sind Racket-Sportarten (wie Tennis, Squash, Badminton), Schwimmen und Aerobic am besten dazu geeignet, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Das ergab jedenfalls die internationale Studie, die aktuell im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde.

Für die Untersuchung wurden mehr als 80.000 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren in den Jahren 1994 bis 2008 dazu befragt, welchen Sport sie in den vergangenen vier Wochen ausgeübt hatten und wie sehr sie dabei ins Schwitzen gekommen sind. In den darauffolgenden neun Jahren starben knapp 10.700 der Teilnehmer – 1900 davon durch eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall.

Überlebensraten

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der University of Sydney berechnete daraufhin, mit welchen Sportarten es die höchsten Überlebensraten gab. Es zeigte sich, dass Racket-Sportler im Vergleich zu Nicht-Sportlern ein um 47 Prozent reduziertes Risiko hatten zu sterben. Das Risiko von Schwimmern war um 28 Prozent reduziert, ähnliches zeigte sich bei Aerobic-Fans. In Bezug auf Herzerkrankungen zeigten die Sportarten sogar noch bessere Effekte. Bei manchen Sportarten war es besser, je öfter, länger und intensiver das Training ausgeübt wurde – bei anderen reichten kurze Einheiten. Allerdings betonen die Forscher, dass noch nähere Untersuchungen nötig wären.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass es nicht nur darum geht, wie oft oder wie viel jemand Sport macht, sondern auch die Art des Sports macht einen Unterschied", erklärt der Erstautor der Studie, Prof. Emmanuel Stamatakis. Und wie schon öfters zuvor, bestätigt diese Studie, dass Sport grundsätzlich essenziell für ein gesundes und langes Leben ist.

Allerdings darf man sich nichts vormachen: "Wenn man die Österreicher fragt, ob sie Sport machen, sagen alle Ja – im Winter skifahren und im Sommer baden. Doch wenn man genauer hinschaut, sind sie ein Mal im Jahr skifahren und in den Sommerbädern geht kaum jemand ernsthaft schwimmen", sagt der Sportwissenschaftler Univ.-Prof. Peter Hofman von der Grazer Karl Franzens Universität.

Soziale Unterschiede

Grundsätzlich sei es richtig, dass Menschen, die sporteln, gesundheitlich deutlich im Vorteil liegen – auch in Bezug auf Krebs-Prävention. "Allerdings beeinflussen Lebensumstände wie das Einkommen und die Bildung, sowie das Alter , welchen Sport jemand betreibt. Tennisspieler haben meist einen höheren sozialen Status und leben meist gesünder." Der soziale Status hätte Einfluss darauf, wer Fußball spielt, wer sich ein Fitnessstudio leisten kann und wer Yoga macht.

Laut Hofmann hat sich jedenfalls die Kombination aus Kraft- und Ausdauersport als ideal erwiesen. "Es ist aber wichtig, das mit Koordinations- und Balancetraining zu kombinieren." Für Sport-Muffel ist es am Ende egal, welchen Sport sie auswählen: "Jede Form von Bewegung ist besser als gar nichts zu machen."

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