Anregung des Immunsystems, Abwehr von Bakterien und Viren, Hemmung von Entzündungen: Kräuter haben viele schützende Wirkungen

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Studien
07/25/2014

Die Kraft der Kräuter für die Gesundheit nützen

Extrakte können den Blutzucker senken – das ist nur eine von vielen Schutzwirkungen.

von Ernst Mauritz

Oregano gegen Hämorrhoiden? Hippokrates schwor darauf. Er war vom gesundheitlichen Nutzen der Kräuter überzeugt. Doch auch in Zukunft könnten Angehörige Diabetes-Patienten in der Familie mahnen: "Vergiss deine Oregano-Tablette nicht." US-Forscher haben Extrakte von Oregano und Rosmarin im Labor untersucht. Und dabei entdeckt, dass sie spezielle Enzyme hemmen, die im Stoffwechsel eine Rolle spielen.. Der Effekt: Der Körper schüttet mehr und länger Insulin aus – der Blutzuckerspiegel wird dadurch stärker abgesenkt.

Die Forscher, u. a. von der Universität von Illinois, konnten diese Wirkung neben Rosmarin sowohl für griechischen als auch mexikanischen Oregano nachweisen. Allerdings sind weitere Studien notwendig, um den genauen Wirkmechanismus zu verstehen und ein Medikament entwickeln zu können.

Zahlreiche andere Studien der vergangenen Jahre zeigten: Kräuter und Gewürze enthalten viele Inhaltsstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. "Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen – es ist eine Vielzahl an Heilwirkungen bekannt", sagt die Ernährungswissenschaftlerin Michaela Knieli von die umweltberatung. Bestimmte Inhaltsstoffe stimulieren etwa das Immunsystem, andere wirken direkt gegen Bakterien und Viren.

Weniger Salzkonsum

"Oregano wirkt entzündungshemmend und krampflösend. Rosmarin wiederum kann den Kreislauf und die Durchblutung stärken, Basilikum hilft gegen Blähungen", sagt Knieli. Aber eine Wirkung steht für sie ganz besonders im Vordergrund: "Mit einem verstärkten Einsatz von Kräutern kann man den Konsum von Salz deutlich reduzieren. Und das hat wahrscheinlich den größten Effekt auf die Gesundheit." Hoher Salzkonsum ist ein Risikofaktor für Bluthochdruck.

Falls es am Wochenende wieder einmal Grillwetter geben sollte: Wer das Fleisch zuvor in eine Rosmarin-Marinade taucht, kann damit die Bildung bestimmter potenziell krebserregender Stoffe, die bei hohen Temperaturen entstehen, um die Hälfte reduzieren, zeigte eine Studie. Wird zu den Kräutern noch Knoblauch dazugemischt, ist der Effekt sogar noch größer.

Kräuter aus dem Freiland haben in der Regel eine höhere Konzentration an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen als solche aus dem Glashaus, erläutert Knieli. Und wer gezüchtete Kräuterpflanzen im Topf kauft, sollte darauf achten, dass sie aus Bioanbau stammen. www.umweltberatung.at

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Beeren & Kräuter: So gelingt der Naschgarten

Darf man ihn Garten Eden nennen? Ja, der Vergleich kann durchaus gezogen werden – nur, dass man nicht aus ihm vertrieben wird, wenn man lustvoll in ein Stück Obst beißt. Der Naschgarten ist tatsächlich ein kleines Paradies. Vor allem Kinder sind begeistert bei der Sache, wenn es daran geht, Kräuter, Gemüse, besonders aber Obst anzubauen. Und beim Verkosten sind sie dann sogar mit Feuereifer dabei.

Mit diesen sechs Tipps geht in Ihrem Naschgarten ganz sicher nichts schief:

1. Geschichte und Trend

Das Kultivieren von Essbarem im Garten blickt auf eine lange Tradition zurück. Erst mit den sogenannten Wirtschaftswunderjahren verloren Obstwiesen und Gemüsebeete an Bedeutung. Der Garten wurde immer mehr zur Oase zur Entspannung. Statt Kohl oder Petersilie dominierten Rosen und Lilien die Beete. Zierpflanzen verdrängten Nutzpflanzen. Nun macht sich langsam eine Trendumkehr bemerkbar. Als Auslöser sehen Experten, dass die Menschen heute wieder wissen wollen, woher ihre Lebensmittel kommen. Ein anderer könnte sein, dass es einfach Spaß macht, in einem Teil des Gartens Essbares zu pflanzen.

2. Der beste Naschgarten-Mix

Wer nun denkt, dass ein Naschgarten weniger attraktiv ist, irrt sich gewaltig. Erstens können Zier- und Nutzpflanzen perfekt in einem Beet kombiniert werden und zweitens sind Kräuter wahre Schönheiten – vor allem, wenn sie blühen. Dazu kommen noch die schönen Farben von reifen Beeren, die aus dem Laub blitzen. Ein gelungenes Gesamtbild entsteht erst, wenn auch die Umgebung in die Gestaltung einbezogen wird. So sollten schöne Wege zu den Orten führen, in denen man nach Herzenslust zugreifen kann. Wie diese gestaltet werden, ist Geschmackssache und kommt auf den Gartenstil an. Kieswege, Steinplatten oder einfach nur Trittsteine – Hauptsache, die Richtung wird vorgegeben. Auch die Einfassungen werten Beete auf. Sie können aus schmiedeeisernen Elementen bestehen oder aus Weidenruten geflochten sein. Ganz besonders chic sind niedrige Umfassungen aus Metall. Der Kontrast zu den Pflanzen ist umwerfend.

Campanula Glockenblume…

Lonicera…

Johannisbeeren

Bildnummer: 33368631…

Amerikanische Heidelbeere…

Heidelbeerernte startet in Brandenburg

3. Die ideale Größe

Die Größe spielt beim Naschgarten eine untergeordnete Rolle. Natürlich ist es nicht so leicht möglich, im urbanen Gebiet eine Streuobstwiese anzupflanzen, weil dafür das Platzangebot kaum reichen wird. Aber auch auf Äpfel oder Birnen muss man deshalb nicht verzichten. Obstbäume können sogar im Kübel gezogen werden, achtet man darauf, dass man eine zwergwüchsige Sorte nimmt. Spielt der Platz eine Rolle, sollte man auch bei Beeren zu Hochstämmchen greifen. Sie bleiben relativ klein und wirken erst noch äußerst attraktiv. Und Kräuter und Gemüse können insofern in die Höhe wachsen, indem man dem Garten eine weitere Ebene hinzufügt.

Ein spiralförmig angelegtes Beet schafft zusätzlich Raum. Außerdem können so Sorten, die sich gut ergänzen, nebeneinander gepflanzt werden. Ebenfalls eine gute Lösung sind Spaliere: An ihnen können sich etwa Bohnen, Gurken oder Auberginen emporranken. Unterpflanzt wird das Gemüse dann wiederum mit Kräutern. Und zu guter Letzt sollten noch Ampeln erwähnt sein, in denen hängende Erdbeersorten gute Figur machen.

4. Die Vorbereitung, der Standort

Bevor es ans Setzen geht, ist allerdings die Vorbereitung an der Reihe. Obst, Gemüse und Kräuter brauchen in der Regel eines: Sonne. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie den ganzen Tag auf das Beet knallen muss, aber einige Stunden müssen es sein. Auch die Erde spielt beim Ernteerfolg eine wichtige Rolle: Sie sollte nährstoffreich und locker sein. Sie ist für alle Sorten ideal – außer für Heidelbeeren. Sie brauchen einen sauren Boden, sollten daher etwa in Moor- oder Rhododendron-Erde gepflanzt werden.

5. Das Setzen

Ist der passende Standort gefunden, werden die Pflanzen gesetzt. Sie werden nach ihrer Höhe gestaffelt, aber eines darf man im Überschwang er Gefühle nicht vergessen: Der Gärtner muss alle Ecken des Beetes erreichen können – sei es für die Ernte oder zur Pflege. Ist das Beet also groß angedacht, muss es kleine Wege geben, die man benutzen kann. Wer Jungpflanzen oder Setzlinge verwendet, hebt ein Loch aus, das so tief ist, dass der gesamte Wurzelballen darinnen Platz findet. Die Erde muss rund um die Pflanze gut angedrückt werden. Ist das Beet fertig, wird es noch gut gewässert.

6. Die Pflege

Wasser ist für den Naschgarten essenziell. Die Erde darf nie vollständig austrocknen, darauf muss vor allem an heißen Sommertagen geachtet werden. Wer seine Pflanzen in Kübeln hält, muss sie gegen Staunässe wappnen. Daher wird unter der Erde eine Drainageschicht gelegt. Zusätzlich sollten die Kübel auf Füßen stehen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Wer immer jetzt Lust auf einen Naschgarten bekommen hat, sollte loslegen. Gemüse und Beeren können, werden sie bald gepflanzt, noch im Sommer genossen werden.

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