Wissen und Gesundheit
16.08.2016

Das Geheimnis der vielen bunten Streifen

Kinesio-Tapes gegen Muskelbeschwerden: Nicht nur Olympioniken, auch Hobbysportler könnten profitieren.

Sie sind in unterschiedlichsten Farben erhältlich (Preis: 10-15€) und kleben auf den Körpern zahlreicher Olympia-Teilnehmer: Kinesio-Tapes. Dabei handelt es sich um dünne Streifen aus – zumeist – Baumwolle, die selbst zugeschnitten und anschließend auf die Haut geklebt werden können. Doch wieso nutzen derart viele Athleten die bunten Tapes?

Der Grund dafür ist denkbar simpel: Sie sollen gegen Muskel- und Sehnenverspannungen, aber auch Entzündungen helfen. Laut Daniel Brand, der als Physiotherapeut schon mehrere Leistungssportler betreut hat, haben die Klebestreifen positive Auswirkungen auf die Muskulatur. Sie würden die Durchblutung fördern, den Stoffwechsel anregen und darüber hinaus das Gewebe entspannen. Dem stimmt auch Christian Gäbler zu, der als Experte für Sportverletzungen das Gesundheitsministerium berät.

"Ich sehe, dass es Patienten mit Muskelverspannungen durch Kinesio-Tapes deutlich besser geht als ohne", sagt der Sportarzt. Denn die dünnen Streifen würden die Muskulatur entlasten. Dazu kommt ein weiterer Aspekt, der insbesondere für Spitzenathleten relevant ist: "Manche Sportler verlieren aufgrund von muskulären Problemen 30 bis 40 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit – und daran setzt die Wirkung des Kinesio-Tapes an." Doch man muss kein Topathlet sein, um von einem Tape zu profitieren. Gäbler empfiehlt es auch Hobbysportlern.

Massageeffekt

Für Daniel Brand ist das Prinzip der bunten Streifen mit dem einer Massage zu vergleichen. Bei Schmerzen erfüllt das Tape hingegen einen anderen Zweck. "Wenn man sich mit dem Bein wo anstößt und Schmerzen hat, dann reibt man über die betroffene Stelle. Dadurch kann man den Schmerz überspielen, weil das Reiben als stärker empfunden wird." Ähnlich würde es sich mit einem Tape verhalten.

Doch die bunten Streifen sind umstritten – noch mangelt es an Beweisen für die positiven Auswirkungen: "Die Wirkungsmechanismen sind wissenschaftlich noch nicht gut belegt", sagt Brand. Man wisse zwar, dass Effekte auf Haut und Gewebe vorhanden sind und die Tapes etwas bewirken. "Nur was und wie ist nicht genau nachgewiesen."