Spanischer Bürgerkrieg: Als Österreicher gegen Franco kämpften
Der spanische Bürgerkrieg gilt als Auftakt des 2. Weltkrieges
Frauen, kämpft an der Seite der Männer (....) Niemand darf zögern. Alle Spanier! Verteidigt die demokratische Republik. Die Faschisten werden nicht durchkommen!“ (Dolores Ibárruri)
Als die kommunistische Abgeordnete Dolores Ibárruri am 19. Juli 1936 ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger via Radio Madrid zum Widerstand gegen die Putschisten in Spanien aufforderte, nützte sie mit dem Schlachtruf „¡No pasarán!“ („Sie werden nicht durchkommen!“) eine Phrase, die eigentlich aus dem Ersten Weltkrieg stammte.
Doch ihr kämpferischer Appell, sich gegen die Faschisten unter der Führung General Francisco Francos zu stellen, gilt seit damals als Symbol der spanischen Linken.
Zwei Tage zuvor, am 17. Juli, hatte mit dem Militärputsch in Marokko, damals eine spanische Kolonie, der Bürgerkrieg in Spanien begonnen. Er breitete sich rasch auf das ganze Land aus, das sich nur wenige Jahre zuvor zur Demokratie gewandelt hatte.
Bis zu 500.000 Tote
Der Krieg dauerte bis 1. April 1939, je nach Forschungslage wird die Anzahl der Todesopfer mit 200.000 bis 500.000 beziffert. Schon im Oktober 1936 hatte Franco seine Stellung einzementiert. Er war Staats- und Regierungschef sowie Oberbefehlshaber; Funktionen, die der Diktator bis zum Tod 1975 behalten sollte.
Der „Guerra Civil“ gilt als Auftakt zum Zweiten Weltkrieg. Die Kräfte der jungen, zuvor schon durch Putschversuche, Streiks und Wahlsiege rechter Parteien geschwächten Zweiten Republik, konnten den Faschisten wenig entgegensetzen.
NS-Deutschland und Italien schickten Waffen und Soldaten
Die demokratischen Spieler der Weltpolitik – Frankreich, Großbritannien und die USA – zogen sich auf den Status des Beobachters zurück und wollten sich nicht einmischen, während die diktatorischen Regimes direkt eingriffen: Nazi-Deutschland und das faschistische Italien schickten Soldaten, Waffen und Flugzeuge.
Die deutsche Luftwaffeneinheit „Legion Condor“ etwa zerstörte im April 1937 die Kleinstadt Guernica völlig, rund 1.000 Menschen kamen ums Leben.
Picassos Gemälde als Manifest gegen Krieg
Pablo Picassos nach der Stadt benanntes Gemälde gilt noch heute als Manifest gegen Krieg und Zerstörung. Die Sowjetunion lieferte Waffen an jene, die die Republik verteidigten, allerdings in deutlich geringerem Umfang und oft nur gegen Bezahlung.
Dem Kampf gegen den spanischen Faschismus schlossen sich aber viele Freiwillige an, ihre Anzahl wird auf 40.000 bis 50.000 geschätzt. In den Reihen dieser Internationalen Brigaden – gegründet im Oktober 1936 – waren auch rund 1.400 Österreicher und Österreicherinnen. Sie gingen aus dem ebenfalls faschistischen, diktatorischen sogenannten Ständestaat nach Spanien ins Exil.
Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) listet auf seiner Homepage jeden einzelnen der „Voluntarios Internacionales de la Libertad“ bezeichneten Spanienkämpfer aus Österreich namentlich auf, bringt Biografien und Schicksale, nachzulesen in einem Online-Lexikon (www.doew.at/erinnern/biographien/spanienarchiv-online). Fast ein Viertel von ihnen fiel im Bürgerkrieg.
Die meisten hatten schon als Sozialdemokraten oder Kommunisten an den Februarkämpfen 1934 teilgenommen.
In Lagern interniert
Die Zerschlagung der Arbeiterbewegung in ihrer Heimat war für viele Grund, in Spanien weiter gegen den Faschismus zu kämpfen, vergeblich: Anfang 1939, als Europa selbst an der Schwelle zum nächsten großen Krieg stand, erkannten Frankreich und Großbritannien das Franco-Regime als Regierung Spaniens an, die USA folgten wenig später.
Der Großteil der ausländischen Spanienkämpfer hatte das Land bereits Ende 1938 verlassen oder wurde in Lager interniert. Rund 460 Österreicher kamen in die KZ der Deutschen, der Großteil nach Dachau.
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