Wissen und Gesundheit
14.03.2016

Ein Schritt näher zur "Pille für den Mann"

Die Blockade eines speziellen Proteins könnte die Spermienproduktion verhindern.

Eine hormonelle Methode zur Empfängnisverhütung für Männer ist eine der großen Herausforderungen für Wissenschaftler weltweit. Amerikanische Forscher des University of Minnesota College of Pharmacy könnten diesem Traum einen Schritt näher gekommen sein. Sie versuchen, bestimmte Rezeptoren, die an der männlichen Fruchtbarkeit beteiligt sind, mit Hilfe synthetischer Gegenspieler zu blockieren. Das soll die Produktion von Spermien verhindern.

Hohe Anforderungen bei oraler Verhütung für Männer

Die Anforderungen einer „Pille für den Mann“ sind generell hoch: Sie soll oral einnehmbar sein, schnell wirken und die Libido nicht verringern. Dazu sollen keine Nebenwirkungen auftreten – wie die zum Teil in Studien festgestellte Zunahme von Gewicht und Cholesterin.

Testosteron ist ein Schlüssel

Der Schlüssel für einen derartigen Weg der männlichen Verhütung liegt für viele Forscher schon länger im Hormon Testosteron. In Minnesota setzt das Team um die Forschungsleiterin Gunda I. Georg am „Retinoic Acid Receptor Alpha“ an. Er zählt zu den Kernrezeptoren (spezielle Proteine), die sich bei Kontakt mit Hormonen an die DNA binden können. Die Forscher arbeiten nun daran, synthetische Gegenspieler zu entwickeln, um die Spermienproduktion zielgerichtet zu stoppen. Zudem soll das Präparat mit Molekülen angereichert werden, um seine Bioverfügbarkeit bei oraler Einnahme zu verbessern.