Wissen und Gesundheit
27.07.2017

Blaue Chrysanthemen: Die Gentechnik macht es möglich

Für alle Freunde der Farbe Blau: Mit Hilfe der Gentechnik wurden jetzt erstmals blaue Chrysanthemen erzeugt.

Blaue Blumen sind in der Natur eine Rarität - und blaue Chrysanthemen gab es bisher überhaupt keine. Japanischen Forschern (National Agriculture and Food Research Organization in Tsukuba, kurz NARO) ist es jetzt gelungen, diese "Lücke" im Farbspektrum der rund 40 Chrysanthemenarten zu schließen. Sie schleusten in das Erbgut der Chrysanthemen zwei für die blaue Färbung verantwortlichen Gene anderer Blumen ein:

Zuerst von der Marien-Glockenblume (Campanula medium) und anschließend von der Blauen Klitorie (Clitoria ternatea). Die Forscher dachten ursprünglich, das sei noch nicht genug, und sie müssten noch ein drittes Fremdgen in das Chrysanthemengenom einschleusen - aber die zwei Gene waren ausreichend. Dass die Farbveränderung so relativ einfach klappte, hatte sie selbst überrascht. Die Studie ist im Fachblatt Science Advances erschienen.

"Eine Seltenheit"

"Viele Blumen sind bläulich, aber ein echtes Blau in der Natur zu finden, das ist eine Seltenheit", sagt Naonobu Noda vom Forschungsinstitut Naro. Er ist auch der Hauptautor der Studie. Und er hofft, dass es jetzt auch möglich sein könnte, andere Blumen blau zu färben - etwa Rosen. Die Nachfrage nach blauen Blumen sei jedenfalls gegeben, sagen Floristen.

Chrysanthemen haben in Asien und besonders in Japan eine große Bedeutung: Das Nationale und Kaiserliche Siegel Japans, wird auf Japanisch Kiku no Gomon ("Chrysanthemenwappen") bezeichnet. Das Siegel zeigt eine stilisierte Chrysantheme mit 16 Blütenblättern und wird nur von Mitgliedern der kaiserlichen Familie verwendet. Unter anderem befindet es sich auch auf der Hülle des japanischen Passes.