Wissen und Gesundheit
03.01.2012

Ballast loswerden

Weniger Gewicht: Abnehmen steht für viele ganz oben auf der Vorsätze-Liste. Um erfolgreich zu sein, braucht man ein individuelles Konzept – und Zeit.

Gleich am Neujahrstag des Vorjahres startete Michaela B., 42, ihren Vorsatz: Die Torte beim traditionellen Verwandtenbesuch lehnte sie dankend ab und abends knabberte sie an Karottensticks, statt bei der üppigen Familienjause zuzugreifen. In den ersten zwei Wochen war sie noch „voll motiviert“: Auf ihrem Teller landete immer nur ein bisschen Suppe und Gemüse, während der Rest der Familie genüsslich Fleisch, Beilagen und Saucen schlemmte. Schokolade und Desserts hatte die Süßigkeiten-Liebhaberin sowieso radikal von ihrem Ernährungsplan gestrichen.

Schon im Februar freute sich die Mitarbeiterin einer Werbeagentur über erste Erfolge und weniger Kilos auf der Waage. „Doch dann hat wieder ein Termin den nächsten gejagt. Weil mir die Zeit zum Essen fehlte, habe ich zu schnellen Snacks gegriffen. Ich war bald wieder in meinem alten Trott, mein Neujahrsvorsatz war gescheitert – und ich frustriert, weil ich statt abzunehmen erst recht wieder Gewicht zulegte.“

2012 nimmt Michaela B. einen neuen Anlauf. Damit ihr Vorsatz nicht wieder in Frustration endet, geht sie es heuer anders – langfristig und mit kleinen Veränderungen im Alltag – an. Damit tut sie das, was Ernährungsexperten empfehlen.

„Zu kaum einer anderen Jahreszeit ist die Motivation zum Abnehmen so stark wie jetzt. Das sollte man unbedingt nutzen“, sagt die Ernährungsmedizinerin Rosa Aspalter von der Abnehmplattform KiloCoach. Sie rät zu Wochenzielen. „Gehen Sie es locker an. Stehsätze wie ‚Ich muss abnehmen‘ bauen unnötigen Druck auf.“ Ihre Kollegin, Ernährungswissenschafterin Andrea Frühwald, ergänzt: „Gerade zum Jahresbeginn planen viele eine radikale Veränderung. “

Schritt für Schritt

Kleinere Ziele sind meist erfolgversprechender, weiß die Expertin. „Und das Durchhalten fällt leichter.“ Sie macht das anhand griffiger Beispiele deutlich: Wer täglich drei Tassen Kaffee mit jeweils zwei Teelöffel Zucker trinkt und lediglich den Zucker weglässt, reduziert übers Jahr sein Gewicht um sechs Kilogramm. „Das ist sehr wenig pro Tag, aber auf Dauer äußerst effektiv. Ebenso ist es auch über einen längeren Zeitraum durchzuhalten.“

Die tägliche Kalorienmenge drastisch zu senken wie ursprünglich Michaela B., ist für Andrea Frühwald ebenso kein Weg zum Ziel. „Viele reduzieren radikal von 2000 auf 500 Kilokalorien täglich. Das ist eine viel zu geringe Kalorienmenge, ein Jo-Jo-Effekt ist fast programmiert.“ Vielmehr sei die passende Kalorienreduktion vom jeweiligen Grundumsatz abhängig. Als Daumenregel gilt, längerfristig 500 Kalorien unter dem persönlichen Grundumsatz einzusparen. Diesen Richtwert kann man übrigens kostenlos auf www.kilocoach.at

berechnen lassen.

Die größte Motivation für Abnehmwillige sind aber noch immer konkrete Ziele, denn sie fördern das Durchhaltevermögen enorm. „Eine meiner Kundinnen wollte bei Vorträgen, die sie hielt, nicht mehr den Bauch einziehen müssen.“

Info: So funktioniert der KiloCoach

Prinzip Der KiloCoach ist eine Internet-Abnehmplattform. Mit einem Computerprogramm führt man über seine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten Protokoll. Anhand des persönlichen Abnehmziels wird der tägliche bzw. wöchentliche Kalorienbedarf errechnet, bei Bewegung werden auch die verbrauchten Kalorien berücksichtigt.

Datenbank Der KiloCoach hat mit mehr als 34.000 Daten die größte Lebensmitteldatenbank mit Nährwertangaben im deutschsprachigen Raum.

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