ARCHIV - Schwangere Frauen zeigen im Schwangerenkurheim «Haus an der Sonne» der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im brandenburgischen Bad Saarow (Oder-Spree) ihre Bäuche, aufgenommen am 18.06.2009. Die Frauen in Deutschland bekommen wieder weniger Kinder. Die Geburtenziffer je Frau ist 2011 auf 1,36 gesunken, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag (20.09.2012) in Wiesbaden mitteilte. Damit lag der Wert niedriger als ein Jahr zuvor, als es statistisch gesehen noch 1,39 Kinder waren Foto: Patrick Pleul dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

© dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Entwicklung
02/25/2013

Babys erkennen Sprachunterschiede vor der Geburt

Obwohl Gehirn noch nicht ausgereift ist, ist die Unterscheidung einzelner Silben möglich.

Schon drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin kann das Gehirn eines Babys verschiedene Silben sowie die Stimmen von Männern und Frauen unterscheiden. Dies fanden Wissenschafter aus Frankreich nach der Untersuchung von Frühgeborenen heraus. Das Gehirn organisiert sich schon früh in der Entwicklung so, dass es die Sprache als solche erkennen und entschlüsseln kann, wie die Forscher in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften berichten.

Das Team von der Universite de Picardie Jules Vernes in Amiens hatte zwölf Frühchen untersucht, die zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommen waren. Das Gehirn ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll ausgereift. Die Nervenzellen liegen noch nicht an ihrem endgültigen Bestimmungsort im Gehirn und auch die "Verdrahtung" der Hirnzellen ist noch nicht abgeschlossen. Mit speziellen Messgeräten, die am Brutkasten eingesetzt werden können, überprüften die Forscher bei den schlafenden Babys, wie sich die Aktivität der Gehirne als Reaktion auf verschiedene Silben und Stimmen änderte.

Vom "Ba" zu "Ga"

Die Experten um Mahdi Mahmoudzadeh fanden heraus, dass selbst feine sprachliche Unterschiede - zum Beispiel ein Lautwechsel von "Ba" zu "Ga" - im Gehirn wahrgenommen wird. Diese Unterscheidung sei sehr schwierig, bei Menschen mit Hörproblemen ginge die Fähigkeit dazu schnell verloren. Und auch die jüngsten Babys konnten schon männliche und weibliche Stimmen unterscheiden. Das rechte Frontalhirn reagierte sowohl auf die unterschiedlichen Laute als auch auf die verschiedenen Stimmen, berichten die Wissenschafter weiter. Das linke reagierte hingegen nur auf die Lautverschiebung. Ein Grund dafür sei vermutlich, dass sich die rechte Seite einige Wochen vor der linken entwickle.

Fazit der Forscher: Das Gehirn bereite sich schon Monate vor der Geburt auf die Verarbeitung von Sprache vor. Ihre Untersuchung zeige, dass angeborene Faktoren dabei scheinbar eine größere Rolle spielten als die Auseinandersetzung mit der Umwelt, schreiben sie in dem Fachblatt.

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