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Bindehautentzündung
07/30/2013

Augengrippe im Vormarsch

Vireninfektion sorgt für untypische Welle von Bindehautentzündunge im Hochsommer.

von Ingrid Teufl

Rot unterlaufene, entzündete und tränende Augen, die auch stark jucken – das sind die Symptome, mit denen Patienten derzeit gehäuft Augenambulanzen und Arztpraxen aufsuchen. In ganz Mitteleuropa grassiert derzeit eine aggressive Form von Bindehautentzündung.

In Österreich ist vor allem der Westen stärker betroffen, doch der Osten holt bereits auf. Prim. Michael Amon, Leiter der Augenabteilung im Wiener Krankenhaus der Barmherzigen Brüder: „Die Frequenz an Bindehautentzündungen ist zwar momentan deutlich höher als sonst im Hochsommer, aber nicht dramatisch.“

Die klassische Zeit für diese am häufigsten von Adenoviren ausgelöste Augenerkrankung sei „üblicherweise eher die Verkühlungszeit“. Das Immunsystem ist häufig geschwächt, Viren haben leichteres Spiel. Doch egal ob Übergangszeit oder Hochsommer – die Viren sind hoch infektiös und werden durch Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragen. Das ist vielen nicht bewusst, betont Prim. Michael Radda, Leiter der Augenabteilung im Wiener Donauspital. „Augenreiben, ein Händedruck, eine Türklinke berühren oder ein gemeinsames Handtuch benutzen reicht bereits für eine Übertragung.“

Diese „Augengrippe“ muss man gewissermaßen sehenden Auges bewältigen. Es gibt keine Behandlung, die das Virus direkt abtötet. Michael Amon: „Bei einer viralen Infektion kann man nichts tun, außer warten und eventuell mit abschwellenden Tropfen die Symptome lindern.“ Kleinere und größere Menschenansammlungen sollten dann überhaupt gemieden werden. Wegen der hohen Infektionsgefahr sei sogar ein Krankenstand angebracht. Bindehautentzündungen können immer wieder und nicht nur ein Mal im Leben auftreten.

Ursache abklären

Weil Bindehautentzündung nicht gleich Bindehautentzündung ist (siehe unten), empfiehlt sich in jedem Fall eine Abklärung durch den Augenarzt. Manche Betroffene greifen nämlich in Eigenregie zu Cortison-haltigen Augentropfen. Doch das ist vor allem in der Frühphase kontraproduktiv. Radda: „Subjektiv kommt es für den Patienten zu einer Verbesserung der Beschwerden. Aber objektiv fördert man mit solchen Präparaten eine Chronifizierung. Die Bindehautentzündung kann dann über Monate bestehen bleiben.“

Mit der derzeitigen großen Hitze hat die Häufigkeit von viralen Bindehautentzündungen übrigens nichts zu tun, betont Michael Amon. „Es gibt zwar Formen, die durch hohe Hitze, UV-Licht, Wind, Staub und Ozon ausgelöst werden. Da sind aber keine Viren beteiligt.“ Strahlender Sonnenschein kann sich aber durchaus positiv auf die Augenerkrankung auswirken. „Besonders bei viralen und epidemischen Formen trocknet das UV-Licht die Viren aus.“ Die Augen ausreichend mit Sonnenbrillen zu schützen bleibt freilich ein Muss.

Verschiedene Formen

Definition: Als Bindehaut bezeichnet man die durchsichtige Schleimhaut zwischen Augenlidinnenseite und Augapfel. Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) entzündet sich diese Schleimhaut. Das häufigste Symptom sind rote Augen.

Ursachen: Die infektiösen Entzündungen werden durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Neben den Adenoviren können auch Herpes-Viren eine Erkrankung hervorrufen. Nicht infektiöse Auslöser sind z. B. Allergene, starkes UV-Licht oder Staub.

Wie man seine Augen bei Hitze richtig schützen kann

Die derzeitige Hitzewelle verlangt auch den Augen einiges ab. Viele klagen etwa über trockene und gereizte Augen. Für diese Personen ist der Schutz der Augen durch hochwertige Sonnenbrillen besonders wichtig.

Prim. Michael Radda, Leiter der Augenabteilung im Wiener Donauspital: „Für Menschen, die zu trockenen Augen neigen, sind Feuchtigkeitstropfen eine Möglichkeit, gut durch die Hitzeperiode zu kommen.“ Am Markt gebe es Dutzende verschiedene Präparate – von der klassischen Kochsalzlösung bis hin zu Tropfen, denen etwa Hyaluronsäure beigemengt ist. „Sie soll das rasche Austrocknen der Augen verhindern, da sie Flüssigkeit bindet.“

Ausreichender Schutz der Augen mit Sonnenbrillen ist darüber hinaus besonders für Kleinkinder sehr wichtig. Radda: „Bei Drei- bis Fünfjährigen ist die Hornhaut noch sehr durchlässig, das wird häufig vergessen. UV-Strahlen können da noch mehr Schaden anrichten als bei Erwachsenen.“

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