Rheuma ist das Thema des nächsten KURIER-Gesundheitstalk am 8. Oktober.

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Gesundheitstalk
10/04/2014

Auch junge Menschen erkranken an Rheuma

Dank neuer Rheuma-Medikamente gibt es "große Behandlungsfortschritte". Plus: Termin für den neuen Gesundheitstalk.

von Ernst Mauritz

Bereits als Kind hatte Karin Formanek Schmerzen in den Gelenken, etwa in den Fingern. Aber erst mit 40 bekam sie die richtige Diagnose: Psoriasis-Arthritis, entzündliches Gelenksrheuma. "Die Kinderrheumatologin, die bei meinem dritten Sohn im Volksschulalter diese Erkrankung festgestellt hat, hat auch mir geraten, zu einem Spezialisten zu gehen. Davor schoben alle Ärzte meine Schmerzsymptome immer auf andere Ursachen."

Formanek hat die Selbsthilfegruppe "Rheumalis" gegründet, die sich speziell um Kinder und Jugendliche mit rheumatischen Erkrankungen kümmert: "In der Öffentlichkeit herrscht die irrige Meinung vor, nur alte Menschen wären von Rheuma betroffen. Aber in Österreich leben 5000 Kinder mit einer dieser Erkrankungen."
Rheuma ist das Thema des nächsten KURIER-Gesundheitstalk am kommenden Mittwoch (siehe unten). "Gerade bei den entzündlichen Krankheitsformen (z.B. rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis, Morbus Bechterew) gab es in den vergangenen 15 Jahren große Behandlungsfortschritte", sagt Univ.-Prof. Josef Smolen, Leiter der klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien.
Mit neuen Medikamenten (Biologika) könne heute in die Entstehungsmechanismen der Erkrankung eingegriffen werden. Beim Großteil der Patienten können die gelenkszerstörenden Krankheitsprozesse damit deutlich reduziert werden. Trotzdem gibt es noch zehn bis 20 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis, die gar nicht auf die Therapie ansprechen. "Aber es sind einige neue Therapieprinzipien in Entwicklung. Ich habe die Hoffnung, dass wir bis zum Ende des Jahrzehnts die entzündlichen Erkrankungen so weit im Griff haben, dass nur mehr ein verschwindender Prozentsatz der Patienten an den Symptomen leidet", so Smolen.

Bei den durch Abnützung bedingten Erkrankungen (Arthritis) gibt es hingegen noch keine Möglichkeit, den Entstehungsverlauf zu beeinflussen: "Hier können wir nur – etwa mit physikalischer Therapie – die Symptome lindern."

Die Ursachen entzündlicher Rheumaformen sind weitgehend unbekannt. "Es gibt eine erbliche Komponente, aber es sind keine Erbkrankheiten." Zumindest in nördlichen Ländern scheint Rauchen das Auftreten zu begünstigen und den Schweregrad der Erkrankung zu verstärken. Auch im Normalfall harmlose Darmkeime könnten – mit anderen Faktoren – eine Rolle spielen, so Smolen.

Bewegung hilft

Neben Medikamenten ist gezieltes Bewegungstraining eine wichtige Säule der Therapie: "Die Zeit, in der man den Gelenken bei einer Entzündung Ruhe verordnet hat, ist längst vorbei. Physikalische Therapien, Physiotherapie und Training zum Muskelaufbau wird immer empfohlen." Noch sei es nicht möglich, chronisch entzündliche Rheumaerkrankungen zu heilen: "Aber wir können viele Patienten mit einer guten Therapie in einen heilungsähnlichen Zustand bringen. Und es gibt Hinweise darauf, dass unter diesen Therapien die Lebenserwartung der Patienten deutlich steigt."

Gesundheits-Talk

Rheuma ist das Thema des Gesundheitstalks am Mittwoch, 8. 10., 18.30 Uhr.

KURIER-Ressortleiterin Gabriele Kuhn diskutiert mit Univ.-Prof. Josef Smolen (MedUni Wien, Abt. für Rheumatologie), Univ.-Prof. Wolfgang Emminger (MedUni Wien, Abteilung für Pädiatrische Nephrologie und Gastroenterologie) und Karin Formanek (Selbsthilfegruppe Rheumalis).

Veranstaltungsort: Van-Swieten-Saal der MedUni Wien, Van-Swieten-Gasse 1a, 1090 Wien. Veranstalter: KURIER, MedUni Wien und Novartis. Der Eintritt ist frei.

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