Wissen
10.02.2019

Argentinien: Dinosaurier mit riesigen Stacheln entdeckt

Sollten die Stacheln Raubtiere abwehren, die Körpertemperatur regulieren oder zum Sex einladen? Paläontologen sind uneins.

Ein Meter langer Hals, riesige Stacheln, Pflanzenfresser, Argentinier: Der Paläontologe Pablo Gallina und sein Team fanden Überreste eines bisher unbekannten Dinosauriers, der vor rund 140 Millionen Jahren in der Region Patagonien lebte. Sein Name: Bajadasaurus pronuspinax, in Anlehnung an den Fundort Bajada Colorada in der Provinz Neuquen. Der Dinosaurier gehört zur Familie der Dicraeosauridae.

Stacheln zur Abwehr?

Die Funktion der Stacheln ist unter Paläontologen umstritten. Mit der Entdeckung des Bajadasaurus hoffen die Forscher, offene Fragen dieser Art beantworten zu können. "Wir glauben, dass die langen, spitzen Stacheln an Hals und Rücken von Bajadasaurus potenzielle Raubtiere abschrecken sollten", sagt Gallina. Bisher habe es auch Hypothesen gegeben, dass die Stacheln die Körpertemperatur der Dinosaurier regulieren oder sie sexuell attraktiver machen sollten.

Schädel

 

 

Der gefundene Schädel sei der bisher am besten erhaltene eines Dicraeosauridae. Die Forscher um Gallina glauben, dass die Tiere viel Zeit damit verbrachten, Bodenpflanzen zu fressen. Währenddessen ermöglichten ihnen die weit oben am Schädel angesiedelten Augen, das Geschehen um sie herum zu beobachten.

Forscherparadies Argentinien

Seit 2010 ist das Forschungsteam in der Region um Bajada Colorada stationiert. Argentinien gilt als Eldorado der Dinosaurierforscher. Paläontologen machen hier immer wieder spektakuläre Funde. Die aktuellen Ergebnisse sind im Fachmagazin Scientific Reports veröffentlicht.