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Konsum
07/14/2015

Hoher Arsengehalt in Reisprodukten

AGES-Bericht: Warum Reiswaffeln, Reisbrei und Reisgetränke mit Vorsicht konsumiert werden sollen.

von Ernst Mauritz, Nicolin Irk

Diese Meldung hat am Dienstag viele Reisfans aufgeschreckt: Reisprodukte wie Reiswaffeln, Reisbrei und Reisgetränke sollten „im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes nur gelegentlich und nicht täglich“ konsumiert werden, heißt es in einem neuen Bericht der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit). Der Grund: Belastung mit Arsen. Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was ist Arsen?
Arsen ist ein Halbmetall. In der Natur kommt es als Bestandteil vieler Mineralien vor. Es wird aber z. B. auch durch Bergbau, Metallindustrie und Verbrennung von Kohle und Erdöl freigesetzt. Im Boden ist vorwiegend die giftigere Form, das anorganische Arsen, zu finden. Von der „Internationalen Agentur für Krebsforschung“ wird es als „krebserregend für Menschen“ eingestuft. Ein Zusammenhang zwischen einer hohen Aufnahme – deutlich höher als im Normalfall über die Nahrung – und Haut-, Lungen- und Blasenkrebs ist laut AGES belegt.

Warum stehen jetzt gerade Reisprodukte im Mittelpunkt?
Sauerstoffarmut bei gefluteten Reisfeldern und generell die Physiologie der Reispflanzen erleichtern – im Vergleich zu anderen Getreidearten – die Arsenaufnahme aus dem Boden, sagt Univ.-Doz. Ingrid Kiefer von der AGES. Auffällig war bei mehreren Untersuchungen, dass in einigen Reisprodukten wie Waffeln der Gehalt an anorganischem Arsen deutlich höher war als in Reiskörnern. „Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt und müssen erst näher erforscht werden“, so Kiefer.

Wie sollen sich Konsumenten jetzt verhalten?
„Reis sollte weiterhin Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung sein“, betont Kiefer. Allerdings: Reisprodukte wie Waffeln und Getränke sollten eben nicht täglich verzehrt werden. „Niemand muss sich Sorgen machen, wenn er täglich eine Portion Reis isst. Aber ich würde diese Reisportion – als reine Vorsichtsmaßnahme – dann nicht täglich mit anderen Reisprodukten kombinieren.“ Generell sei Abwechslung gefragt: Als andere glutenfreie Getreide-Alternativen kämen z. B. Hirse, Mais, Buchweizen, Quinoa, Amaranth oder auch Kartoffeln infrage. Und der Arsengehalt im Reis kann durch Waschen mit Wasser vor dem Kochen oder Dämpfen reduziert werden.

Welche Empfehlungen gibt es für Säuglinge und Kleinkinder?
Kinder im ersten Lebensjahr sollten überhaupt keine Reismilch und Reisgetränke erhalten. Da sie sehr von der Nährstoffzusammensetzung der Muttermilch abweichen sind sie – abgesehen vom Arsen – ganz generell als Muttermilchersatz ungeeignet: „Außerdem sind die meisten dieser Getränke zuckerhältig“, so Kiefer. Als Zwischenmahlzeit sollten Kindern nur gelegentlich und nicht täglich Reiswaffeln angeboten werden. „Um bei Kleinkindern auf der sicheren Seite zu sein,würde ich dazu raten, ihnen pro Woche nicht mehr als zwei bis drei Reisportionen zu geben. Dann besteht ganz sicher kein Risiko einer zu hohen Arsenaufnahme.“ Als Beikost ist Reis aber schon ab dem 6. Lebensmonat möglich.

Gibt es Grenzwerte für den Arsengehalt in Lebensmitteln?
Die EU-Kommission hat am 25. 6. dieses Jahres Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Reis und Reisprodukten festgelegt, die ab 1. 1. 2016 in Kraft treten.

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